Tube (Behälter)

Eine Tube (von lateinisch tubus ‚Rohr‘) ist ein längliches, festes, aber formbares Behältnis, das pastenartige oder dickflüssige Substanzen enthalten kann; Beispiele sind Zahnpasta, Klebstoffe, Schuhcreme und Haarfarben, aber auch Lebensmittel wie Senf, Mayonnaise, Remoulade oder Meerrettich. Der runde Tubenkörper ist heutzutage entweder aus Kunststoff oder 99,7%igem Aluminium gefertigt. Ursprünglich bestand der Tubenkörper aus Zinn. Zur Befüllung dient die Tubenfüllmaschine.

Der wesentliche Vorteil der Tube gegenüber einer Dose oder einem Schraubglas besteht darin, dass der Inhalt nur an der Spitze mit Luft oder Bakterien in Kontakt kommt und dadurch länger hält und nicht austrocknet. Ein weiterer Vorteil ist die leichte und punktgenaue Dosierbarkeit ohne zusätzliche Hilfsmittel, beispielsweise bei Klebstoff, Senf oder Zahnpasta. Ein Nachteil ist, dass formbedingt immer eine Restmenge in der Tube verbleibt, und nicht genutzt werden kann.

Aluminiumtuben werden im Rückwärtsfließpressverfahren hergestellt. Bei Kunststoff sind auch ovale Formen möglich, aber eher die Ausnahme, auch Aufgrund der Haptik und Handhabung. Die Öffnung der Tube ist entweder mit einer Folie verschlossen (meist der Fall bei Zahnpasten), oder bei Alutuben mit einer Aluminiummembrane, die durch einen am aufgeschraubten Verschluss angebrachten Kunststoffdorn durchstoßen wird mcm taschen sale.

Der Maler John Rand erhielt für die Tube am 11. September 1841 in den USA ein Patent (Nr. 2252), und im gleichen Jahr in England (Nr. 8863, auf Zinntuben mit Schraubdeckel und zugehöriger Füllmaschine). Er hatte sich über eintrocknende Farben geärgert und eine Tube aus Blei entwickelt, denn bis dahin mischten die Maler in ihren Ateliers die Farben erst unmittelbar vor dem Gebrauch an. 1842 wurde Rands Erfindung durch den Hersteller von Künstlerfarben Winsor & Newton in England verwendet und auf der Londoner Weltausstellung von 1851 präsentiert. Tubenfarben erlangten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine kaum zu überschätzende kulturgeschichtliche Bedeutung, weil sie den Impressionisten und anderen Freilichtmalern erlaubten, spontan und in der freien Natur umstandslos Ölfarben zu verwenden. „Die Farbtuben haben es uns ermöglicht, in freier Natur zu malen. Ohne sie hätte es weder einen Cézanne noch einen Manet gegeben, auch nicht den Impressionismus.“ (Auguste Renoir)

1892 verkauft der Zahnarzt Washington Wentworth Sheffield aus New London (Connecticut, USA) Zahncremetuben, 1908 folgt damit der deutsche Hersteller Beiersdorf, seine Zahnpasta Pebeco wurde in der patentierten Tesa-Tube angeboten mcm taschen sale. Nach der aus Zinn hergestellten Stanniol-Tube wird um 1920 Aluminium zum bevorzugten Tubenmaterial.

Die heute geläufige Kunststofftube entwickelte sich um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Bei Kunststofftuben unterscheidet man einerseits zwischen nahtlos coextrudierten Tuben und andererseits Laminat-Tuben, welche aus einer Folie, die zuvor bedruckt und später zu einer Röhre verklebt wird, hergestellt werden. Zum nahezu völligen Entleeren einer Tube kann eine Tubenpresse oder ein Tubenschlüssel verwendet werden.

Alexei Iwanowitsch Chludow

Alexei Iwanowitsch Chludow (russisch Алексей Иванович Хлудов, wiss. Transliteration Aleksej Ivanovič Chludov; * 23. August 1818; † 22. März 1882) war ein russischer altgläubiger Kaufmann. Er trug die umfangreichste private Sammlung von frühen mittelalterlichen Handschriften im zaristischen Russland zusammen.

Als Sohn eines Bauern stieg Chludow zu einem Mann mit großem Vermögen auf. Er war von 1859 bis 1865 Vorsitzender des Moskauer Börsenausschusses

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. Chludow spezialisierte sich auf das Sammeln früher russischer, südslawischer und griechischer religiöser Handschriften. Er vermachte in seinem Testament seine Sammlung dem Nikolski-Kloster in Moskau.

Nach der Oktoberrevolution enteigneten die Bolschewiki die Chludow-Sammlung, darunter das Prunkstück, den Chludow-Psalter – eine illuminierte byzantinische Handschrift aus der Mitte des 9. Jahrhunderts. Die 524 mittelalterlichen Handschriften und 717 Inkunabeln der Sammlung werden seit 1917 im Staatlichen Historischen Museum in Moskau aufbewahrt.

Jürgen Hilbrecht

Jürgen Hilbrecht (* 21. Dezember 1942 in Berlin-Johannisthal) ist ein deutscher Schauspieler und Regisseur sowie Sänger, Kabarettist und Entertainer, der vor allem als Berliner Volksschauspieler und Interpret volkstümlicher Musik mit „Berliner Schnauze“ bekannt wurde. Seine Paraderolle ist der Hauptmann von Köpenick.

Jürgen Hilbrecht absolvierte eine Berufsausbildung zum Elektroinstallateur und betätigte sich als Amateur in künstlerischen Bereichen, wie beim Ballett, Sprecherzirkel, Amateurtheater und Filmzirkel. Ab 1961 studierte er an der heutigen Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Ost-Berlin. 1966 hatte Hilbrecht sein erstes Engagement in Leipzig als Schauspieler und übernahm in der Folge auch erste Regiearbeiten. Weitere Stationen waren unter anderem Halle, Greifswald, Frankfurt an der Oder, Brandenburg, der Friedrichstadt-Palast in Berlin und Hannover. Außerdem hatte er mehrere Gastspiele als Schauspieler und Regisseur sowie Film- und Fernseharbeiten und war als Synchronsprecher tätig.

Zu seinem Repertoire gehören unter anderem die Rollen des Faust und Mephisto in Goethes Faust, Theobald Maske in Carl Sternheims Die Hose, Hauptmann von Köpenick in Carl Zuckmayers Tragikomödie Der Hauptmann von Köpenick und Truffaldino in Carlo Goldonis Der Diener zweier Herren. In der Sparte Musiktheater trat er in Stücken wie der Operette Der Vogelhändler

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, dem Singspiel Im weißen Rößl und dem Musical My Fair Lady auf.

Jürgen Hilbrecht lebt in Berlin-Köpenick.

Nach der Wende in der DDR und der deutschen Wiedervereinigung engagierte Hilbrecht sich von 1991 bis 1995 im Rahmen einer AB-Maßnahme für eine Wiederbelebung des Stadttheaters Cöpenick. Er baute in dem Berliner Ortsteil Köpenick, der durch die Tat des Schusters Wilhelm Voigt, dem Hauptmann von Köpenick in der damaligen Stadt Cöpenick (bei Berlin) weltbekannt wurde, ein Ensemble auf, das die Tradition des berlinischen Volkstheaters pflegen sollte. Die Eröffnung erfolgte im April 1992 mit der Aufführung von Humoresken unter dem Titel Wat braucht der Berliner im Festsaal des Köpenicker Rathauses; die erste programmatische Theaterinszenierung war 1993 Der Hinterbänkler in der Regie von Rainer Gohde.

Auf dem Programm standen unter anderem „Altberliner Humoresken“, mehrere Kindermärchen, Reutter-Abende mit Hilbrecht sowie komödiantische Auftritte von Hans-Joachim Preil. Das Projekt scheiterte vor allem aus finanziellen Gründen; eine Wiederaufnahme des regulären Spielbetriebs erfolgte im September 1994 in der Kunstfabrik Köpenick, die das Ensemble übernahm und seitdem Träger des heutigen Stadttheaters Cöpenick ist.

Hilbrecht orientierte sich seit 1995 neu und befasste sich mit Kleinkunst sowie mit Animateur- und Entertainer-Tätigkeiten. Er entwickelte Unterhaltungsprogramme, die sich mit der Geschichte Berlins und Köpenicks sowie mit der Figur des Hauptmanns von Köpenick und dessen Köpenickiade auseinandersetzen.

Er verkörperte die Rolle des „charmanten Schlitzohrs“ (Hilbrecht) am historischen „Tatort“ in Berlin-Köpenick und brachte die weltweit bekannte Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt Touristen und geschichtlich Interessierten mit viel persönlichem Engagement näher. Hilbrecht gab seitdem mit „Berliner Schmiss & Charme“ als Hauptmann von Köpenick teils über 290 Veranstaltungen im Jahr, übernahm Repräsentationsaufgaben und trat unter anderem in der Rolle als „Idenfikationsfigur“ für Berlin-Köpenick bei Messen der Tourismuswirtschaft auf.

Für die Figur entwickelte er mehrere Kabarettprogramme, wie 2004 Ein (Haupt)–mann für alle Fälle, oder Willi im Wunderland sowie 2005 Rührt Euch! unter Verwendung von Texten von Otto Reutter und Klaus Dannegger (u. a. Hausautor des Kabaretts Leipziger Pfeffermühle). Ständiger Aufführungsort ab 1995 war die Bühne des Ratskellers Köpenick im Rathaus Köpenick.

Eines Abends sahen ihn die bekannten Fernsehautoren Felix Huby und Hans Münch und waren so sehr von ihm angetan, dass sie ihm zum 100. Jubiläum der Köpenickiade im Jahr 2006 ein neues Theaterstück über das Leben des Schuhmachers Wilhelm Voigt auf den Leib schrieben.

Dem Stück mit dem Titel Das Schlitzohr von Köpenick – Schuster, Hauptmann, Vagabund gingen umfangreiche historische Forschungen voraus und eine Reihe von bislang wenig oder nicht bekannten Details und Episoden aus dem „wirklichen“ Leben der Hauptfigur flossen in seine Handlung ein. Das „Kabinettstück für einen Schauspieler mit 15 Rollen“ hatte im Oktober 2006 Premiere; Regie führte Rainer Gohde. Aufführungsort war anfangs der Theaterraum des Hotels Courtyard by Marriott in Berlin-Köpenick, weitere Aufführungen erfolgten und erfolgen auf der Bühne im Ratskeller Köpenick sowie im Alten Ballsaal in Berlin-Friedrichshagen.

„Seither ist der ‚Hauptmann von Köpenick‘ Hilbrechts Paraderolle“ (Berliner Morgenpost).

Neben seiner „Paraderolle“ als Hauptmannsdarsteller, die er oft bei seinen sonstigen Auftritten „zitiert“, entwickelte Hilbrecht ab 1995 mehrere Kleinkunst- und Kabarettprogramme. So kam zu seinem Reutter-Abend Nehm’n Sie ’n Alten von 1994 im Jahr 2000 der Kabarettabend Ein Mann für alle Fälle mit Texten von Klaus Dannegger hinzu, und im November 2008 Kabarettistisches von Reutter und Dannegger mit dem „zeitaktuellen“ Titel Geld regiert die Welt.

Im Oktober 2008 hatte er einen Auftritt in der Berlinrevue von Mark Scheibe im Berliner Admiralspalast, wo „eher auf elektronische Sounds gepolte Zwanzig- bis Vierzigjährige dem urigen Sänger mit seinen Couplets von Otto Reutter plötzlich zu Füßen lagen“ (Berliner Morgenpost) und „der Saal tobte“ (Der Tagesspiegel).

Seit Anfang 2009 tritt Hilbrecht im Admiralspalast in Berlin-Mitte mit einer eigenen Gesangsshow mit Berliner Liedern und Geschichten auf, wobei er unter anderem Chansons von Paul Lincke und Lieder von Otto Reutter singt, dazu Geschichten erzählt sowie aus dem vergangenen Berlin der Jahrhundertwende und dem der Jahre zwischen den Kriegen berichtet. Zu seiner monatlichen Showreihe mit dem Titel Das ist die Berliner Luft! lädt er Gäste und „Berliner Originale“ ein.

Mew

Mew ist eine dänische Indie-Rockband aus Hellerup.

Die Anfänge von Mew gehen auf ein Kunstprojekt zurück, welches die vier Dänen in der siebten Klasse anzufertigen hatten. Sie drehten einen kleinen Film über das Ende der Welt und unterlegten ihn mit eigener Musik. Wenig später gründeten sie eine Band unter dem Namen Orange Dog. Schon nach wenigen Monaten waren sie soweit, ein Album aufzunehmen. Der Erfolg sollte aber noch etwas auf sich warten lassen. Bei ihrem ersten Auftritt buhte man sie von der Bühne. Danach legten sie eine Pause ein, benannten sich in Mew um und versuchten ihr Glück erneut.

Bei ihrem ersten Auftritt als Mew wurde der Agent eines Verlages auf sie aufmerksam

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, der seinen Verlag davon überzeugte, eine Platte zu produzieren. A Triumph for Man erschien 1997 mit einer Auflage von 2000 Exemplaren. Das Album wurde von den dänischen Kritikern begeistert aufgenommen.

Als es kurz vor dem Erscheinen des zweiten Albums zu Spannungen zwischen der Band und ihrem Plattenlabel kam, gründeten die vier kurzerhand ein eigenes – Evil Office. 2000 erschien Half the World Is Watching Me wie schon das erste Album in limitierter Auflage. Inzwischen spielt man ihre Lieder King Christian, Mica und Am I Wry? No auch im Radio.

Es dauerte nicht lange, bis Epic/Sony auf sie aufmerksam wurde und sie mit einem internationalen Plattenvertrag über fünf Alben ausstattete. Für Frengers (Not Quite Friends and Not Quite Strangers) stellten sie eine Kompilation aus sechs alten (neu aufgenommenen) und vier neuen Liedern zusammen. Das Album erschien 2003 und machte Mew international bekannt. Viele Stimmen sprachen bei Frengers von einem Debütalbum, bis man entdeckte, dass die Band schon zwei weitere Alben veröffentlicht hatte. Die limitierten CDs steigerten sich in der stetig wachsenden Fangemeinde zu begehrten Raritäten.

Die Aufnahmen ihres vierten Albums fanden in Zusammenarbeit mit Michael Beinhorn, dem Produzenten hinter den frühen Red Hot Chili Peppers und Korn in den USA statt. Im Herbst 2005 erschien dann das neue Album mit den Singleauskopplungen Apocalypso, Special, Why Are You Looking Grave und The Zookeeper’s Boy. Für dieses Album wurde Mew bei den Danish Music Awards 2006 in den Kategorien Album des Jahres, Gruppe des Jahres und Bester Sänger ausgezeichnet

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. Es sollte das letzte Album in der ursprünglichen Bandbesetzung sein. Johan Wohlert verließ 2006 die Band, um sich ganz seiner Lebensgefährtin Pernille Rosendahl, ihreszeichens Sängerin der aufgelösten Band Swan Lee, und ihrem gemeinsamen Kind zu widmen.

Im Jahr 2006 erschien A Triumph for Man als Re-Release mit einer zweiten CD, die Demoaufnahmen bekannter Lieder und bisher unveröffentlichtes Material enthält. 2007 folgte auch Half the World Is Watching Me als Re-Release, ebenfalls mit reichlich Bonusmaterial.

Die Band wurde nach eigenen Angaben von Gruppen wie My Bloody Valentine, Pixies, Dinosaur Jr., Pet Shop Boys und Prince inspiriert. Mew entwickelten jedoch schon früh ihren eigenen Stil, der von häufigen Melodiewechseln und dem Falsettgesang von Jonas Bjerre lebt. Es überwiegen melancholische Themen (ein Großteil der Texte besteht aus niedergeschriebenen Albträumen des Sängers), die aber regelmäßig von rockigen Liedern durchbrochen werden. Eine Tendenz, die durch die Alben Frengers und besonders And The Glass Handed Kites fortgesetzt wird, die beide etwas voller klingen als ihre Vorgänger

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.

1,1,2,2-Tetrachlorethan

farblose Flüssigkeit mit phenolartigem Geruch

flüssig

1,597 g·cm−3

−42,5 °C

146 °C

6,4 hPa (20 °C)

schlecht in Wasser (2,9 g·l−1 bei 20 °C)

1,494 (20 °C)

Gefahr

DFG/Schweiz: 1 ml·m−3 bzw. 7 mg·m−3

−195,0 kJ/mol

1,1,2,2-Tetrachlorethan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der leichtflüchtigen Chlorkohlenwasserstoffe (LCKW). Sie ist isomer zu 1,1,1,2-Tetrachlorethan.

Tetrachlorethan kann durch zweistufige Additionsreaktion von Ethin mit Chlor (über 1,2-Dichlorethen) gewonnen werden.

1,1,2,2-Tetrachlorethan zählt zu den chemischen Substanzen, die in großen Mengen hergestellt werden („High Production Volume Chemical“, HPVC) und für die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Datensammlung zu möglichen Gefahren („Screening Information Dataset“, SIDS) angefertigt wurde.

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,1,2,2-Tetrachlorethan wurde früher unter der Bezeichnung R130 als Kältemittel und häufig als Lösungsmittel eingesetzt, heute jedoch nur noch als Ausgangsstoff zur Produktion von chlorierten Kohlenwasserstoffen, wie z. B. Vinylchlorid, Trichlorethylen und Perchlorethylen in geschlossenen Produktionssystemen.

1,1,2,2-Tetrachlorethan ist sehr giftig und wird auch über die Haut (Kontaktgift) aufgenommen. Akut reizt die Verbindung Haut und Schleimhäute und führt zu ZNS-Störungen. Die chronische Einwirkung führt zu Leberschädigungen sowie zu Störungen des Magen-Darm-Trakts und des Nervensystems. Weiterhin wird dem Stoff auch eine Genotoxizität nachgesagt.

Gottfried Böhm

Gottfried Böhm (* 23. Januar 1920 in Offenbach am Main) ist ein deutscher Architekt und Bildhauer. Seine Bekanntheit gründet sich auf die Schaffung höchst skulpturaler Bauten aus Beton, Stahl und Glas, von denen einige als „Architektur-Ikonen des 20. Jahrhunderts“ gelten. Böhms erster eigenständiger Bau war die Kölner Kapelle „Madonna in den Trümmern“; sein wohl bedeutendster Bau ist der Mariendom in Neviges. Der bislang jüngste vollendete Bau unter Böhms Beteiligung ist das Hans Otto Theater in Potsdam. 1986 wurde er als erster deutscher Architekt mit dem angesehenen Pritzker-Preis ausgezeichnet.

Gottfried Böhm wurde 1920 als jüngster von drei Söhnen Dominikus und Maria Böhms (geb. Scheiber) in Offenbach am Main geboren. Bereits sein Großvater Alois Böhm hatte in der bayrisch-schwäbischen Stadt Jettingen ein Baugeschäft. Sein Vater Dominikus verlegte 1926 sein Büro nach Köln, wo er bis 1934 eine Professur an den Kölner Werkschulen innehatte.

Gottfried Böhm besuchte das Kölner Apostelgymnasium, das er 1938 mit dem Abitur verließ. 1939 zog sich Familie Böhm aus Köln wieder ins heimische Jettingen zurück, wo Dominikus Böhm sein Architekturbüro weiterführte. Im selben Jahr wurde Gottfried Böhm zum Kriegsdienst eingezogen. Aufgrund einer 1942 in Russland erlittenen Fußverletzung wurde er vom Militärdienst befreit und konnte sein Architekturstudium an der TU München aufnehmen. Zu seinen Lehrern gehörten Adolf Abel und Hans Döllgast. Seiner Neigung und dem ursprünglichen Berufswunsch entsprechend, studierte Böhm parallel Bildhauerei bei Josef Henselmann an der Kunstakademie. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs legte er seine Diplomprüfung ab.

Eine Rückkehr in das in Trümmern liegende Köln verzögerte sich für die Böhms noch bis 1947; Gottfried Böhm wartete in München das Studienende seiner späteren Ehefrau ab und nutzte die Zeit für freie Studien und Bildhauerarbeiten. In dieser Zeit entstanden seine ersten Konzeptideen für die später Böhm-typische, hängende „Gewebedecke“ über einem großen Zentralraum. Zurück in Köln, arbeitete Gottfried Böhm mit seinem Vater bis zu dessen Tod 1955 zusammen; die Aufträge wurden jedoch so aufgeteilt, dass Böhm junior unter eigenem Namen Projekte verwirklichen konnte. Der erste eigenständige Bau Gottfried Böhms war die Kapelle Madonna in den Trümmern der zerstörten Kirche St. Kolumba im Jahr 1947.

1948 heiratete Böhm seine ehemalige Kommilitonin, die Architektin Elisabeth Haggenmüller († 2012); aus der Ehe gingen vier Söhne hervor: Stephan (* 1950), Markus (* 1953), Peter (* 1954) und Paul (* 1959). 1950/51 arbeitete Böhm in einer Bürogemeinschaft mit seinem Kollegen Paul Pott, zudem war er im Jahr 1950 bei der Wiederaufbaugesellschaft der Stadt Köln unter Rudolf Schwarz tätig.

Während eines halbjährigen USA-Aufenthalts 1951 arbeitete Böhm im Büro von Cajetan Baumann, traf auf seiner Studienreise mit Walter Gropius und Mies van der Rohe zusammen. Nach seiner Rückkehr nach Köln war er im väterlichen Büro tätig und erbaute sein eigenes Haus in Köln-Weiß. Als Dominikus Böhm 1955 starb, übernahm Gottfried das Büro. In dieser Zeit entstanden im Zuge des Wiederaufbaus zahlreiche Sakralbauten: allein bis 1959 baute Böhm 39 Kirchen.

Böhms erster Profanbau war die Erweiterung der Godesburg in Bonn. In den Folgejahren entstanden eine Reihe von Bauten, die Böhm international bekannt machen sollten. Als einer der architektonischen Höhepunkte im Schaffen Böhms gilt die Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens in Velbert-Neviges; die ersten Architekturpreise 1967 und 1968 würdigten vor allem diesen Bau und das in der gleichen Periode entstandene Bensberger Rathaus. Als Nachfolger von Hans Schwippert übernahm Gottfried Böhm zusätzlich 1963 den Lehrstuhl für Werklehre (später „Stadtbereichsplanung und Werklehre“) an der RWTH Aachen, den er bis zu seiner Emeritierung 1985 innehatte.

Nachdem gegen Ende der 60er Jahre die Hochphase für Kirchenbauten deutlich abflaute, widmete sich Böhm vermehrt öffentlichen Gebäuden und in den 70er Jahren dem Bau von Geschäfts- und Siedlungsbauten. 1976 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung ernannt und nahm 1980 mit mehreren Wohnbauten in Berlin an der Internationalen Bauausstellung teil.

Seit 1982 bezog Böhm vermehrt seine Söhne mit in seine Bauprojekte ein. Lehraufträge führten ihn in den Folgejahren erneut in die USA: so unterrichtete er am Massachusetts Institute of Technology, an der University of Pennsylvania Philadelphia, in St. Louis und an der Washington University sowie an der International Academy of Architecture (IAA) in Sofia.

Böhms Architektenbüro wird seit 2006 weitgehend von den Söhnen Stephan, Peter und Paul Böhm fortgeführt; an ausgewählten Projekten ist Gottfried Böhm jedoch weiterhin beteiligt.

Am 21. November 2010 wurde die ehemalige Pfarrkirche St. Ursula in Hürth-Kalscheuren ihm zu Ehren in Böhm Chapel umbenannt.

Gottfried Böhms Arbeiten erstrecken sich über die gesamte zweite Hälfte des 20 mcm taschen sale. bis in die Anfänge des 21. Jahrhunderts. Während zu Beginn seiner Laufbahn bis in die späten 60er Jahre der Schwerpunkt deutlich auf dem Kirchenbau lag, widmete er sich danach Profanbauten, Siedlungen und städtische Freiräumen („eingehauster Stadtraum“).

Als charakteristisch für Böhms Bauten, die zu Beginn häufig in Beton, später in Stahl und Glas ausgeführt wurden, gelten ihre räumliche Präsenz und Skulpturenhaftigkeit. Ein Teil davon wird auf Böhms Liebe zur bildenden Kunst zurückgeführt, aufgrund der er neben Architektur Bildhauerei studiert hatte.

Einige von Böhms besonders prominenten Kirchenbauten sind mit dem Attribut „expressionistisch“ versehen worden oder gelten als Beispiele des Brutalismus. Insgesamt entzieht sich das Werk Böhms jedoch der Einordnung in eine bestimmte architektonische Stilrichtung oder Mode; sie ist eher von einem speziellen „Böhm-Touch“, einer über die Generationen der Architektenfamilie verbindenden roten Faden, geprägt.

In den ersten Jahren seiner Arbeit nutzte Böhm die Freiheiten, die ihm die Arbeit im Kirchenbau boten. Er setzte die von ihm entwickelte „Gewebedecken“ – eine Weiterentwicklung von Rabitzschalen – in die Praxis um, leichte, hängend konstruierte Betonschalen mit textiler Wirkung. Erstmals verbaute er diese in der Kapelle St. Kolumba in Köln, seinem frühesten eigenständigen Sakralbau. Typische Bauten dieser Zeit sind St. Anna in Köln-Ehrenfeld oder St. Albert in Saarbrücken.

Insgesamt sind die frühen Bauten Böhms von großem Formenreichtum und einer Vielfalt geprägt, mit der er sich gegen die Uniformität der städtischen Nachkriegsarchitektur stemmte. Bei aller Vielfalt sind viele der Bauten jedoch noch geometrisch in ihren Formen, ihre Baukörper sind Quader, Pyramiden, Kegel, schlanke bleistiftartige Türme und Säulen. Manche, etwa die Herz-Jesu-Kirche in Schildgen, verbergen sich hinter hohen Mauern; andere dominieren traditionell ihre städtische Umgebung, so etwa die Kirche in Blumenau im Süden Brasiliens.

In den 1960er Jahren entwickelte Böhm die kristallinen „Betonfelsen“, die ihn international bekannt machen sollten. Auf dem Weg zu den neuen Raumformen standen die Marienkirche (heute: Fatimakirche) in Kassel-Wilhelmshöhe und die großen asymmetrischen Faltdecken in St. Gertrud (Köln). St. Anna in Hämmern und die Kirche Christi-Auferstehung in Köln-Lindenthal gehören ebenfalls in die Reihe dieser Bauten. Beton ist das dominierende Material; in Ausnahmefällen kommt Backstein zum Einsatz. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildete die Wallfahrtskirche in Neviges, die gemeinhin als Böhms wichtigstes Werk gilt. Hier dominiert die monumentale Raumplastik, die sich auf unregelmäßigem Grundriss erhebt und in kristallinen Formen in die robusten Faltdächer übergeht. Nicht zuletzt auch besonders wirksam durch die bedeutende Innenausstattung mit seinen selbst gestalteten Fenstern und der ca 5 m hohen Mariensäule von Elmar Hillebrand die das sehr kleine Nevigeser Wallfahrtsbild umschliesst.

Mit dem Ende der 1960er Jahre und der ersten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik endete jedoch die Kirchenbaukonjunktur, so dass Böhm neue Schwerpunkte entwickeln musste.

Bereits in den 1960er Jahren hatte Böhm einige historische Bauten durch Betonkonstruktionen modernisiert und ausgebaut, darunter die Godesburg in Bonn, die Kauzenburg in Bad Kreuznach und schließlich – als ausdrucksstärkstes dieser Zeit – das neue Bensberger Rathaus, das architektonisch mit der alten Burg eine neue Verbindung einging.

Auch aus wirtschaftlichen Gründen wandte Böhm sich in den 1970er Jahren von den phantastisch-skulpturalen Bauformen weg, hin zu flexibleren und funktionalen Bauelementen, darunter Stahlträger oder Systemelemente. Auftraggeber in dieser Epoche waren zunehmend Kommunen, die Rathäuser bauten, aber auch Nachholbedarf an Museen- und Theaterbauten hatten. Zu Böhms Arbeiten dieser Zeit gehören das Bürgerhaus Bergischer Löwe in Bergisch Gladbach, das Diözesanmuseum in Paderborn oder auch das Rathaus in Bocholt.

In der Trabantenstadt Chorweiler im Norden von Köln entwickelte Böhm bis 1974 eine Siedlung, die sich von den Massenquartieren der 1960er Jahre deutlich abhob. Ein mehrstöckiges Hochhaus wölbt sich um einen zentralen Platz; dazu kommen verschachtelte, mehr Rückzugsmöglichkeiten bietende Wohnungen entlang einer schmalen Gasse. Die Siedlung blieb im sozialen Wohnungsbau beispielhaft, da die Kosten die von üblichen Hochhausbauten überstiegen. Die wenigen kirchlichen Gebäude in diesem Jahrzehnt waren eher funktionale Gemeindezentren als große Kirchenbauten. Die Wallfahrtskirche in Wigratzbad, auf flexible Erweiterbarkeit oder sogar Reduktion der Bauten angelegt, sowie das Gemeindezentrum in Essen-Kettwig mit seiner Aluminium-Glas-Fassade gehören dazu.

1986 würdigte die Jury des renommierten Pritzker-Preises Gottfried Böhm mit der Verleihung desselben. Man lobte Böhms Verbindung von Tradition und Moderne und stellte ihn in der Laudatio selbst als Teil einer Tradition vor, indem er als „Sohn, Enkel, Ehemann und Vater von Architekten“ bezeichnet wurde.

„His highly evocative handiwork combines much that we have inherited from our ancestors with much that we have but newly acquired — an uncanny and exhilarating marriage, to which the Pritzker Architecture Prize is happy to pay honor.
Sein hochbewegendes Werk kombiniert vieles von dem, was wir ererbt haben mit dem, was wir neu erworben haben – eine unheimliche und berauschende Verbindung, der der Pritzker Architekturpreis mit Freude die Ehre erweist.

Schon 1985, lange vor der deutschen Wiedervereinigung, wurde Böhm von Helmut Kohl mit einem vertraulichen Gutachten zum Umbau des Berliner Reichstagsgebäudes betraut, in dem der Bundestag damals einmal im Jahr tagte. Böhm entwickelte die Idee der gläsernen Kuppel für das Parlament, auf deren Spitze sich Besucher aufhalten und spiralförmige Wege entlang wandern können. Als das Projekt schließlich akut wurde, wurden seine Entwürfe den teilnehmenden Architekten als Information zur Verfügung gestellt. Böhm war an der tatsächlichen Umsetzung dann nicht beteiligt, dennoch findet sich einiges der ursprünglichen Ideen des Architekten in dem umgesetzten Bau wieder.

Von 1982 bis 1989 entstand unter der Beteiligung Böhms die Wiederherstellung des Schloss Saarbrücken. Böhm ist auch für den Entwurf des markanten Mittelbaus verantwortlich, dessen Stahl-Glas-Konstruktion die beiden Schlossflügel verbindet. Ende der 1980er und in den 1990er Jahren entstanden eine ganze Reihe von im öffentlichen Raum deutlich wahrnehmbaren Bauten, an denen teilweise bereits Böhms Söhne oder – im Fall der WDR Arkaden – seine Frau Elisabeth beteiligt waren. Die Glaspyramide der Ulmer Stadtbibliothek, das Verwaltungsgebäude der Deutschen Bank in Luxemburg-Kirchberg und das Stadttheater in Itzehoe gehören ebenso dazu wie die Mantelbebauung der Lanxess Arena und die Veranstaltungshalle selbst in Köln-Deutz sowie ein städtisches Verwaltungsgebäude in Köln-Kalk. Unter den Firmensitzen bildet der Züblin-Bau in Stuttgart-Möhringen mit seiner gläsern überbauten Mittelhalle das wohl bekannteste.

Die jüngsten Bauten und Projekte Böhms sind das Hans Otto Theater in Potsdam und die geplante Moschee in Köln-Ehrenfeld. In beiden Entwürfen finden sich, diesmal im Außenbau, Schalenkonstruktionen wieder, die an diejenigen ganz am Anfang von Böhms Werk erinnern.

Ein Gebäude ist für den Menschen Raum und Rahmen seiner Würde, und dessen Äußeres sollte seinen Inhalt und seine Funktionen reflektieren.“
(A building is a human being’s space and the background for his dignity and its exterior should reflect its contents and function.)

Artikel

Interviews

Dominikus Böhm (1880–1955) | Gottfried Böhm (* 1920) | Elisabeth Böhm (1921–2012) | Stephan Böhm (* 1950) | Peter Böhm (* 1954) | Paul Böhm (* 1959)

Gauliga Ostpreußen 1943/44

Die Gauliga Ostpreußen 1943/44 war die elfte und letzte Spielzeit der Gauliga Ostpreußen des Deutschen Fußball Bundes. Zum fünften Mal gewann der VfB Königsberg die Meisterschaft

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, welche im Rundenturnier ausgetragen wurde, und qualifizierte sich somit für die Deutsche Fußballmeisterschaft 1943/44. Nach dem Erstrundensieg über den LSV Mölders Krakau erreichte Königsberg das Achtelfinale, bei dem die Königsberger nach einer 3:10-Heimniederlage gegen den HSV Groß Born ausschieden.

Die Gauliga Ostpreußen wurde in dieser Saison mit 7 Mannschaften ausgespielt

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. Es war die letzte Spielzeit der Gauliga Ostpreußen. Durch den Verlauf des Zweiten Weltkrieges war eine Durchführung der Gauliga in der kommenden Spielzeit unmöglich. Nach dem Krieg fiel Ostpreußen an die Sowjetunion und Polen, sämtliche Vereine wurden aufgelöst.

1933/34 | 1934/35 | 1935/36 | 1936/37 | 1937/38 | 1938/39 | 1939/40 | 1940/41 | 1941/42 | 1942/43 | 1943/44

Meisterschaftsendrunde
Gauligen:  Baden | Bayern | Berlin-Brandenburg | Böhmen-Mähren&nbsp mcm taschen sale;| Danzig-Westpreußen | Donau-Alpenland | Elsaß | Generalgouvernement | Hamburg | Hessen-Nassau | Köln-Aachen | Kurhessen | Mecklenburg | Mitte | Moselland | Niederrhein | Niederschlesien | Oberschlesien | Osthannover | Ostpreußen | Pommern | Sachsen | Schleswig-Holstein | Sudetenland | Südhannover-Braunschweig | Wartheland | Weser-Ems | Westfalen | Westmark | Württemberg

Peter Luckner

Peter Luckner (* 1941 in Zwickau) ist ein deutscher Umweltgestalter, Ingenieur, Designer und Hochschullehrer. Er lebt und arbeitet in Halle (Saale) und in der Dübener Heide.

Luckners Eltern waren Handwerker. Er erlernte den Beruf des Betriebsschlossers im Reichsbahnausbesserungswerk Zwickau. Von 1961 bis 1964 studierte Luckner Werkzeugmaschinenbau in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) und von 1970 bis 1973 elektronische Datenverarbeitung in Leipzig. Von 1964 bis 1973 arbeitete er als Technologe und später als Manager im VEB Werkzeugmaschinenbau Bad Düben.

Ab 1965 studierte er an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein im Fernstudium und schloss es 1970 mit dem Diplom als Industrieformgestalter ab. 1973 holte ihn Horst Oehlke an die Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein.. 1986 wurde er an der TU Dresden mit einer Arbeit zur Dialektik von Produktion und Produzenten promoviert. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 arbeitete er vorwiegend auf den Gebieten Umweltumgestaltung und Multisensuelles Design.

Peter Luckner lehrt als Ehren- und Gastprofessor an Hochschulen in China und der Ukraine. Seit 1991 leitet Peter Luckner das von ihm gegründete Institut für Ökologische Ästhetik in Halle, und seit 1997 das Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design im Geiseltal.

Lehrprogramm „Arbeitsumweltgestaltung“ (zusammen mit Dieter Franz) zur Ausbildung von Industrieformgestaltern der Fachrichtung Arbeitsumweltgestaltung an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein (1976–1979)

„Dagegen kann Arbeitsumweltgestaltung in der DDR zur gesellschaftlichen Aufgabe erklärt werden; sie ist sogar gesetzlich, d. h. durch einen Beschluss des Ministerrates (1984) verankert […] Das ist nicht nur ein Programm, das auf Zwänge zur Produktivitätssteigerung reagiert. Vielmehr wird die Aufgabe unbeschadet der ökonomischen Leitmotive und Planvorgaben, eingebunden in das gültige Denksystem, mit philosophisch-ideologischem Ernst begründet (vgl. z. B

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. LUCKNER 1982, 1986; AiF 1985).“

Labor für handlungsleitende Umweltbildung (vulgo Biohaus) an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (1991–2001).

„Angeregt durch die ökologische Naturästhetik Gernot Böhmes, versucht Peter Luckner in Halle, mit der Gründung des Instituts für ökologische Ästhetik (1991) und der Errichtung des Tagungszentrums ‚Biohaus‘ (1992 – 2002) einen Ort zu schaffen, der zu einem Experimentierfeld für unterschiedlichste Gruppen wird. Sie alle verbindet das Ziel, die Wahrnehmung für Naturprozesse zu sensibilisieren. Die dort gewonnenen Erkenntnisse über die fortschreitende Entsinnlichung der Wahrnehmung führen 1999 zum Modellversuch einer ‚Vertiefungsrichtung multisensuelle Gestaltung‘ an der Burg Giebichenstein

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. Nachdem in der Vergangenheit nur visuelle und haptische Faktoren eine Rolle spielten, soll hier die gesamte Sinneswelt des Menschen in die Gestaltung einbezogen werden.“

Initiator und Leiter des Modellversuchs im Hochschulbereich der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) zum Thema „Multisensuelles Design“ (1999–2002); Einführung in die Lehre als Vertiefungsrichtung im Fachbereich Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (2002–2007).

„Multisensuelles Design meint die Gestaltung von Produkten, Räumen und Prozessen mit allen Sinnen. Im Rahmen des zwischen 1999 und 2002 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle durchgeführten „Modellversuchs im Hochschulbereich“ wurden Akustik und Olfaktorik als Dimension von Designarbeit systematisch erforscht und ihre Einbindung in die Lehre vorbereitet. Die Anthologie vereint Beiträge von Wissenschaftlern, Künstlern und Designern aus Deutschland, Japan, der Ukraine, der Schweiz und den USA, die ihre fachspezifischen Kompetenzen in Theorie und Praxis einer ganzheitlich orientierten Designausbildung einbringen. Multisensuelles Design betont das Flüchtige im Dauerhaften und ist damit den Ideen Ökologischer Ästhetik verpflichtet.“

Beim Deutschen Patent- und Markenamt hat sich Luckner den Begriff „Multisensuelles Design / multisensual design“ als Marke gesichert.

Er war Mitglied im Kuratorium Kulturlandschaft Goitzsche der EXPO 2000 Sachsen-Anhalt von 1998 bis 2001. Die Goitzsche – das weltweit größte Landschaftskunstprojekt.

Erhalt der Maschinenhalle Braunsbedra

„Geiseltal: eine Mondlandschaft wird zum kulturellen Ereignis. Verrückt: ein Mann geht in eine aufgelassene Maschinen-Halle in einem Gebiet, das vielen Menschen wie Dantes Hölle vorkommen muß. Was er dort will, darüber denkt er tagtäglich nach, ohne zu sagen, er habe es gefunden – es hält ihn in Bewegung und sorgt dafür, daß er sich nicht festsetzt. Dieser Mann nimmt die Studenten seines Instituts für ökologische Ästhetik mit, lockt sie aus dem Normalbetrieb einer schönen Hochschule in der schönen Burg Giebichenstein (Halle), hoch über der Saale, dorthin, wo es knirscht: War in einer versorgten Atmosphäre die Welt im Raster, ist sie nun dabei, sich aufzulösen – dabei saugt sie neue Dimensionen auf – dies, sagt er

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, ist der Impuls für eine Kunst, die sich um die Erde sorgt. […] In und um die Maschinen-Halle sind Szenerien entstanden: rhythmische Plastiken. ‚Immer schon‘, sagt Peter Luckner, ‘war Technik ein Spiel und Ästhetik‘.“

Mit Renate Patz und Jörg Hansel baute er die Zentralwerkstatt Pfännerhall auf.

„Mit dem Ende des Bergbaus im Geiseltal 1993 sollte auch das Ende der Zentralwerkstatt PFÄNNERHALL kommen. Ihr Abriss war bereits beschlossen. Einem engagierten Personenkreis um Herrn Dr. Peter Luckner, Dozent an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle, ist es zu verdanken, dass die Zentralwerkstatt erhalten blieb. 1997 wurde der Förderverein ´Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design Zentralwerkstatt PFÄNNERHALL Geiseltal´e.V. gegründet. 1999/2000 erfolgte die denkmalsgerechte Sanierung und der Umbau von Pfännerhall“.

Intention, Konzeption und Projektleitung (gemeinsam mit Roland Karge) der Dauerausstellung „Fundort Pfännerhall“ im Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design – Zentralwerkstatt Pfännerhall, Geiseltal 2013/15

Die Zentralwerkstatt Pfännerhall „gehört seit 2000 dem ´Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design´. Die Betreiber führen es als regionales Entwicklungszentrum. International ist es als Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur bekannt. Fundort Pfännerhall, die ständige Ausstellung des Altelefanten und des Urpferdes, ist der entscheidende Schritt zur Profilierung der Zentralwerkstatt Pfännerhall als Besucher- und Informationszentrum des Geiseltals.“

Funkstation am Herzogstand

Die Funkstation am Herzogstand war eine Funkanlage, die von 1920 bis 1946 am Herzogstand in der Nähe von Kochel am See in Bayern errichtet und betrieben wurde. Die Anlage wurde von der C. Lorenz AG als unabhängiges Betriebsmittel für den Funkverkehr auf Längstwellen zwischen Deutschland und dem fernen Osten konzipiert, da die bestehenden Groß-Funkstationen hauptsächlich dem Verkehr nach Westen dienten.

Ab 1930 wurde die Einrichtung als Forschungs- und Versuchsstation der Technischen Hochschule München zur Ionosphärenforschung genutzt.

Da die Kosten für die Masten einer Großstation für die Firma unerschwinglich waren, sollte die Antennenanlage in den Bergen aufgehängt werden. Der 1735 m hohe Herzogstand zwischen Kochelsee und Walchensee in den Bayerischen Alpen schien aus mehreren Gründen besonders geeignet: Der Gipfel ist ganzjährig zugänglich, am Stationsplatz war ausreichend Trinkwasser und Kühlwasser vorhanden und das nahe gelegene Walchenseekraftwerk versprach eine sichere, kostengünstige Energieversorgung.

Für die beabsichtigte Bauart der Antenne gab es keine Erfahrungen. Als freie Spannweite ergab sich eine Entfernung von über 2,5 km, bei einem Höhenunterschied von 800 m. Um eine ausreichende Höhe der Antenne über Grund zu erreichen, sollte das Seil am unteren Aufhängepunkt waagrecht auflaufen, was eine enorme Spannung des Seiles erforderte. Aufgrund der zusätzlich zu erwartenden Belastung durch Wind, aber auch durch Schnee und Eis kam nur Stahldraht höchster Festigkeit in Frage.

Ein erstes dünnes Stahlseil wurde im Sommer 1920 gespannt. Abstrahlungsmessungen ergaben bei Wellenlängen von 12,6 km und 9,7 km im Vergleich zur Großfunkstelle Nauen die 1,3-fache Strahlung bzw. die 1,6-fache im Vergleich zum Überseesender Eilvese. Bis zum Frühsommer 1925 wurden drei Antennen fächerförmig zum Gipfelgrat des Herzogstandes gezogen. Um eine bessere Leitfähigkeit zu erreichen, wurde das Stahlseil mit einem Mantel aus Aluminium versehen. Die Seile wurden in einer eigens aufgebauten Seilereianlage im Gipfelbereich gefertigt. Im Bereich des Gipfels waren die Antennen an einbetonierten Stahlankern fixiert. Am unteren Abspannpunkt wurde eine bewegliche Aufhängung verwendet, um ein Nachgeben der Seile bei Belastung durch Schnee und Eis zu ermöglichen.

Das Stationsgebäude für die Sendeanlagen und ein Wohnhaus wurden von der Oberpostdirektion München unter der Leitung von Robert Vorhoelzer und Walther Schmidt im Jahr 1927 im Langental oberhalb des Kochelsees errichtet. Hier wurden auch umfangreiche Erdungsanlagen gebaut.

Nach der Fertigstellung erschien ein weiterer Ausbau und Betrieb der Station technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll, da mittlerweile weltweite Funkverbindungen auf Kurzwelle kostengünstiger mit wesentlich kleineren Antennen durchgeführt werden konnten.

Nachdem Funkamateure Mitte der 1920er Jahre nachgewiesen hatten, dass sich Kurzwellen viel besser für den weltweiten Funkverkehr eignen als die Längstwellen, wurden die Anlagen nicht mehr für den Funkverkehr benötigt. Sie wurden ab 1930 dem Physikalischen Institut der Technischen Hochschule München für Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt

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. Unter der Leitung von Jonathan Zenneck entstand hier die erste deutsche Ionosphärenforschungs-Station. Zennecks Assistent Georg Goubau nutzte außerhalb seiner Programmzeiten den Münchener Rundfunksender für die Sendung kurzer Zeichen (Impulse) auf Mittelwelle. Die Echosignale wurden zunächst in wenigen km Entfernung in Kochel, dann an der Station selbst registriert. Später wurden, insbesondere von Walter Dieminger Impuls-Sendungen mit eigenen Sendern durchgeführt, die auch in größeren Entfernungen empfangen wurden mcm taschen sale. Dafür wurden eigene Antennen errichtet; die Bergantenne wurde 1934 abgebaut. Kochel-Berlin war die erste Impuls-Fernverbindung, mit der Rudolf Eyfrig Aufschlüsse über die verschiedenen Ausbreitungswege der Kurzwellen zwischen Ionosphäre und Erde ermittelte. Eine Sende-Empfangs-Anlage mit variabler Frequenz wurde von Georg Goubau und Theo Netzer erstellt, ab 1937 in Betrieb genommen und bis 1946 durchlaufend betrieben. Die Ergebnisse vermittelten ein Bild der Dichte freier Elektronen in Abhängigkeit von der Höhe, das für die Vorhersage der Ausbreitungs-Bedingungen hilfreich wurde.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Stationsbetrieb unter US-amerikanischer Aufsicht bis 1946 fortgesetzt, alle vorhandenen Registrierungen jedoch nach Amerika verbracht. Weil in der Besatzungs-Ära Ionosphärenforschung verboten war, wurde der Betrieb dann untersagt, alle Anlagen abgebaut, die Betriebsgebäude abgerissen.

Heute findet man neben einem Gedenkstein in der Nähe des Walchenseekraftwerkes nur noch Reste der Verankerungen der Antennenseile sowie einige Fundamente der Stationsgebäude im Wald. Die Reste der Antennenverankerungen wurden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen.

Eine Längstwellen-Funkstation mit einer Bergantenne wurde 1923 bei Malabar auf der Insel Java im heutigen Indonesien für den Funkverkehr mit Holland in Betrieb genommen.

Ähnliche Sendeantennen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg für drei Sender des Omega-Navigationsverfahren (in Aldra, Hawaii und Trinidad), für den Längstwellensender JXN bei Aldra, für die Jim Creek Naval Radio Station und für den Längstwellensender ICV auf Tavolara errichtet.

Eine ähnliche Antenne existiert beim Rundfunksender Portofino.

Franziska Dosenbach

Franziska Dosenbach geborene Buchmann (* 1832 in Kleinwangen; † 1917 in Bremgarten) war eine Schweizer Unternehmerin. Sie gründete das Schuhhaus Dosenbach.

Franziska Buchmann wurde in Kleinwangen geboren, wuchs nach dem frühen Tod ihres Vaters aber im aargauischen Bremgarten bei ihrem Stiefvater auf. Im Töchterinstitut von Lisette Ruepp in Sarmenstorf wurde sie unter anderem in Haushaltsführung, Französisch, Musik und Strohflechterei unterrichtet.

1853 heiratete sie den Sattlermeister Kaspar Dosenbach, mit dem sie zwischen 1858 und 1872 dreizehn Kinder hatte. 1877 starb Kaspar Dosenbach innerhalb weniger Tage an einer Lungenentzündung. 1883 heiratete Franziska Dosenbach den ehemaligen Schweizergarde-Offizier und Hoteldirektor Louis Wohler, der sie schon vor ihrer Heirat mit Kaspar Dosenbach umworben hatte. Er übernahm fortan die Buchführung in ihrem Unternehmen.

Erste Arbeitserfahrungen sammelte Franziska Dosenbach in der Wohlener Strohindustrie als Ferggerin. Nach ihrer Heirat arbeitete sie im Sattlergeschäft ihres Mannes mit. Wenn er im Winter auf Stör war, führte sie das Geschäft.

1865 begann Franziska Dosenbach, fabrikgefertigte Schuhe einzukaufen und sie zuerst in ihrem Sattlergeschäft in Bremgarten, und ab 1870 auf grossen Messen und Märkten, anzubieten. Diese Schuhe waren preiswerter als die damals üblichen massgefertigten Schuhe und trotzdem von guter Qualität. Ihre Ware stammte anfangs vor allem aus Deutschland und Frankreich

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, mit der Zeit aber auch von Schweizer Anbietern wie Bally und selbständigen Schuhmachern, die ihr ihre Wochenproduktion lieferten.

Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte Franziska Dosenbach das Sattlergeschäft und konzentrierte sich, unterstützt von ihren Kindern Robert, Josefine und Johanna, auf den Schuhhandel. Anfangs verkaufte sie daneben auch noch Reisekoffer und Tornister Ihre erste Filiale eröffnete sie 1878 in Baden, 1880 folgte eine Filiale in Zürich an der Ecke Oetenbachgasse/Rennweg im damals erst aufstrebenden Bahnhofsviertel, die von ihrer ältesten Tochter Johanna geführt wurde. Die Zürcher Filialgründung stand im Zusammenhang mit der Aufhebung der Zürcher Messen und Wochenmärkte

Um die verschiedenen Filialen beliefern zu können, wurde 1890 in Bremgarten an der Zürcherstrasse ein Lagerhaus gebaut.

1915, zwei Jahre vor ihrem Tod, hatte sie etwa 100 Angestellte.