Apache Velocity

Apache Velocity ist eine Software, die Platzhalter in Textdateien durch aktuelle Inhalte ersetzt. Damit können nach dem Prinzip des Serienbriefs beliebig viele Textdateien, – beispielsweise Webseiten oder E-Mails – mit unterschiedlichen Inhalten, aber gleicher Struktur, aus einer einzigen Vorlage erzeugt werden.
Apache Velocity wurde in der Programmiersprache Java programmiert. Der Quelltext steht unter der Apache Software License und ist somit frei.

Die von Apache Velocity verarbeiteten Textdateien werden als Template bezeichnet, englisch für „Schablone“ oder „Vorlage“. Daher wird dieser Typ von Software auch Template Engine („Schablonenmaschine“) genannt.
Apache Velocity interpretiert die Platzhalter in den Templates als Referenzen auf Java-Objekte, also ausführbare Software, die in der Programmiersprache Java geschrieben wurde. Velocity erzeugt aus dem Template ausführbaren Quelltext, der einerseits die statischen Textbestandteile des Templates ausgibt, und andererseits an den richtigen Stellen die referenzierten Java-Objekte aufruft. Die Java-Objekte müssen Zeichenketten zurückgeben, die in den Text eingefügt werden.
Apache Velocity kann als eigenständiges Anwendungsprogramm eingesetzt werden oder als Klassenbibliothek in andere Anwendungsprogramme (z. B. Webanwendungen) integriert werden und für diese Hilfsdienste verrichten.
Apache Velocity wird in unterschiedlichen Anwendungsbereichen der Softwaretechnik eingesetzt und ist Bestandteil vieler Softwareprodukte:
Velocity ist als Template-Engine Bestandteil vieler Anwendungsprogramme wie der integrierten Java-Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA oder des UML-Werkzeuges Poseidon for UML und Frameworks wie Spring, sowie von Websites wie der Open-Source-Entwicklungsgemeinschaft Tigris.org.
Apache Velocity definiert eine eigene Beschreibungssprache für Schablonen, die Velocity Template Language (VTL). Dabei leiten Doppelkreuze („#“) die zu füllenden Platzhalter ein, doppelte Doppelkreuze („##“) beginnen Kommentare und Dollarzeichen („$“) dienen als Markierung von Referenzen.
Die folgende Beispielvorlage definiert neben Kommentaren eine Referenz namens „foo“, der eine einfache Zeichenkette mit dem Inhalt „Velocity“ zugewiesen wird. Anschließend wird die Referenz „foo“ im Text durch die Zeichenkette ersetzt.
Daraus erzeugt Apache Velocity diese HTML-Struktur:
Die erste Beta-Version von Velocity wurde am 26. März 2001 veröffentlicht. Am 26. Oktober 2006 wurde Velocity zum Apache Top Level Project ernannt.

Louis Falk

Louis Wahl Falk (* 30. Dezember 1935 in Milwaukee, Wisconsin) ist ein anglikanischer Erzbischof.
Im Jahre 1953 graduierte Falk an der University School of Milwaukee. Am 3. September 1955 heiratete er Carol Alice Froemming. Im Jahr 1958 absolvierte Falk das Lawrence College (heute Lawrence University) mit dem Schwerpunkt Philosophie und erhielt einen Bachelor of Arts mit der Auszeichnung summa cum laude. Er ist ein Mitglied der Phi Beta Kappa. Im Jahr 1962 absolvierte Falk einen Master of Divinity mit der Auszeichnung cum laude am Nashotah House, ein Seminar der Episcopal Church. Nach der Weihe zum Diakon am 23. Januar 1962 wurde er am 6. August zum Priester der Episcopal Church geweiht. Falk trat dann aus dem aktiven Dienst der Episcopal Church aus und wurde Geschäftsmann. Von 1976 bis 1981 war er Präsident von General Growth Management Company in Des Moines, Iowa.
In den späten 1970er Jahren trat Falk der Anglican Catholic Church bei. Er wurde Rektor der St. Aidan’s Parish in Des Moines. Im Jahr 1981 wurde er zum ersten Bischof der Diözese von Missouri Valley gewählt. Schließlich am 14. Februar 1981 in Des Moines wurde Falk zum Bischof geweiht durch James Orin Mote (Diözese der Heiligen Dreifaltigkeit), Carmino de Catanzaro (Anglican Catholic Church of Canada), William F. Burns (Diözese von der Auferstehung), William O. Lewis (Diözese des Mittleren Westens) und William Dejarnette Rutherford (Diözese des Mittleren Atlantik).
Im Jahr 1983 wurde Falk Erzbischof und Primas der Anglican Catholic Church. In den späten 1980er Jahren nahm die Anglican Catholic Church unter der Führung von Falk Gespräche mit der American Episcopal Church auf, um eine Union zwischen den beiden Kirchen zu vereinbaren. Die beiden Kirchen vereinigten sich im Oktober 1991 zur Anglican Church in America, deren erstes Oberhaupt Falk wurde. Falk trug auch dazu bei, die Traditional Anglican Communion zu gründen und wurde auch deren erstes Oberhaupt.
Im Jahr 2002 gab Falk sein Amt als Primas der Traditional Anglican Communion auf. Sein Nachfolger im Amt wurde Erzbischof John Hepworth. 2005 trat Falk ebenfalls altersbedingt als Primas der Anglican Church in America und als Bischof der Diözese von Missouri Valley zurück, in welcher Bischof Stephen D. Strawn sein Nachfolger wurde. Nachdem sich die Kirche neu strukturiert hatte, wurde entschieden, statt eines Primas einen Präsidenten des Hauses der Bischöfe einzusetzen. Falk wurde zum ersten Präsidenten des Hauses der Bischöfe gewählt und ist somit Oberhaupt dieser Mitgliedskirche der Traditional Anglican Communion.

USS Peary (DD-226)

Die USS Peary war ein kurz nach dem Ersten Weltkrieg gebauter amerikanischer Zerstörer der Clemson-Klasse. Namensgeber des Schiffes war der Polarforscher Robert Edwin Peary.
Die USS Peary wurde am 9. September 1919 bei William Cramp and Sons, Philadelphia auf Kiel gelegt und von der Tochter des Namensgebers zum Stapellauf am 6. April 1920 getauft. Die Indienststellung erfolgte am 22. Oktober 1920. Von 1922 an war sie in Südostasien als Teil der Asienflotte im Einsatz, um amerikanische Interessen in der Republik China zu schützen. Dies umfasste von 1923 bis 1931 Dienst in der Yangtze Patrol Force auf dem Jangtse, danach folgten jährliche Einsätze in chinesischen Küstengewässern bis zum amerikanischen Kriegseintritt in den Pazifikkrieg als Folge des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor.
Bei Beginn der japanischen Invasion der Philippinen lag die Peary im Stützpunkt Cavite in der Manilabucht. Als diese am 10. Dezember von japanischen Bombern angegriffen wurde erhielt der Zerstörer einen Treffer mittschiffs, der acht Besatzungsmitglieder tötete und zahlreiche andere, darunter auch den Kommandanten verwundete. Auf dem Weg durch die Celebessee um zu der ABDA-Flotte zu stoßen wurde das Schiff am 26. und 27. Dezember mehrfach von den Japanern aus der Luft mit Bomben und Torpedos angegriffen, es konnte den Angriffen jedoch ausweichen. Weniger Glück hatte der Zerstörer als er am späten Abend des 27. Dezembers versehentlich von drei australischen Lockheed Hudson-Bombern angegriffen wurde. Splitter eines Nahtreffers verursachten Schäden an der Backbordmaschine und töteten einen Matrosen. Die Schäden an der Maschine waren so schwerwiegend, das die Peary den Rest des Weges bis Ambon nur mit der Steuerbordmaschine fuhr. Dort notdürftig repariert fuhr sie zur Reparatur nach Darwin.
Januar und Anfang Februar 1942 verbrachte die Peary mit Patrouillen zur U-Boot-Jagd im Gebiet von Darwin. Mitte Februar war sie Teil des Geleitschutzes für einen Konvoi nach Kupang, der dringend benötigte Verstärkung für die Verteidigung von Timor geladen hatte, unter anderem ein australisches Pionierbataillon und ein Artilleriebataillon der US Army. Der Geleitschutz war entsprechend groß, neben der Peary der schwere Kreuzer Houston und die australischen Sloops Swan und Warrego. Dabei kam es am 16. Februar zu einem schweren Angriff von 54 japanischen Flugzeugen. Es gab im Konvoi zwar nur leichte Schäden durch Nahtreffer, aber Aufgrund der Heftigkeit des Angriffs und da bis zum Erreichen von Kupang mit weiteren schweren Angriffen zu rechnen war, sah sich der Konvoi gezwungen nach Darwin zurückzukehren. Von dort lief die Peary zusammen mit der Houston am Abend der 18. Februars sofort wieder aus, um sich bei Java dem Hauptverband der ABDA-Flotte unter Konteradmiral Karel Doorman zur Verteidigung von Java anzuschließen. Vor Darwin gab es jedoch einen U-Boot-Kontakt, bei dessen Verfolgung der Zerstörer so viel Treibstoff verbrauchte, dass er zum Auftanken wieder nach Darwin beordert wurde, während die Houston alleine weiterfuhr.
Daher lag die Peary im Hafen von Darwin als die Maschinen von vier Flugzeugträgern des Kidō Butai die Stadt am 19. Februar angriffen. Bei dem Angriff entstand schwerer Schaden in Darwin, zahlreiche Schiffe wurden versenkt oder beschädigt, darunter auch die vier Transporter des Konvois. Der Zerstörer selbst erhielt fünf Bombentreffer, u. a. in das vordere Magazin und in den hinteren Maschinenraum, als er während des Angriffs versuchte ein Lazarettschiff durch das Legen einer Rauchwand zu schützen. Die Peary sank gegen 13 Uhr als Folge der Treffer im Hafen, unter der Besatzung gab es dabei 80 Tote und 13 Verwundete.
Clemson | Dahlgren | Goldsborough | Semmes | Satterlee | Mason | Graham | Abel P. Upshur | Hunt | Welborn C. Wood | George E. Badger | Branch | Herndon | Dallas | Chandler | Southard | Hovey | Long | Broome | Alden | Smith Thompson | Barker | Tracy | Borie | John D. Edwards | Whipple | Parrott | Edsall | MacLeish | Simpson | Bulmer | McCormick | Stewart | Pope | Peary | Pillsbury | John D. Ford | Truxtun | Paul Jones | Hatfield | Brooks | Gilmer | Fox | Kane | Humphreys | McFarland | James K. Paulding | Overton | Sturtevant | Childs | King | Sands | Williamson | Reuben James | Bainbridge | Goff | Barry | Hopkins | Lawrence | Belknap | McCook | McCalla | Rodgers | Osmond Ingram | Bancroft | Welles | Aulick | Turner | Gillis | Delphy | McDermut | Laub | McLanahan | Edwards | Greene | Ballard | Shubrick | Bailey | Thornton | Morris | Tingey | Swasey | Meade | Sinclair | McCawley | Moody | Henshaw | Meyer | Doyen | Sharkey | Toucey | Breck | Isherwood | Case | Lardner | Putnam | Worden | Flusser | Dale | Converse | Reid | Billingsley | Charles Ausburn | Osborne | Chauncey | Fuller | Percival | John Francis Burnes | Farragut | Somers | Stoddert | Reno | Farquhar | Thompson | Kennedy | Paul Hamilton | William Jones | Woodbury | S. P. Lee | Nicholas | Young | Zeilin | Yarborough | La Vallette | Sloat | Wood | Shirk | Kidder | Selfridge | Marcus | Mervine | Chase | Robert Smith | Mullany | Coghlan | Preston | Lamson | Bruce | Hull | Macdonough | Farenholt | Sumner | Corry | Melvin | Litchfield | Zane | Wasmuth | Trever | Perry | Decatur | Hulbert | Noa | William B. Preston | Preble | Sicard | Pruitt
Liste der Zerstörer der US-Marine Liste der Zerstörerklassen der US-Marine

Shawn Stockman

Shawn Patrick Stockman (* 26. September 1972, in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer R&B/Soul-Sänger und Mitglied der Boygroup Boyz II Men.
Stockman gründete 1988 zusammen mit Wanyá Morris, Nathan Morris, Marc Nelson und Michael McCary die Gruppe Boyz II Men, die 1991 erste internationale Erfolge feiern konnte. Ihn zeichnet seine geschmeidige, sanfte Stimme aus. Nachdem Boyz II Men 1992 End of The Road veröffentlichten, erreichten sie mit Platz 5 die Top Ten der deutschen Media-Control-Charts und wurden auch in Deutschland bekannt. Dadurch wurden viele Filmproduzenten auf ihn aufmerksam und Shawn begann Songs für Filme wie u. a. Seventeen Again und Mr. Holland’s Opus zu schreiben. Zu dieser Zeit fing er auch an, an seinem Debütalbum zu werken, das Ende der 1990er veröffentlicht werden sollte, doch schließlich konnten die Pläne nicht in die Tat umgesetzt werden. Trotzdem erreicht die erste Single Visions of a Sunset Platz 7 der neuseeländischen Charts. In den USA erreicht die 1996er Single lediglich Platz 45.
2002 erschien er auf dem DJ Jazzy Jeff-Album The Magnificent mit dem Song How Do I. 2003 wurde er mit seiner Frau Sharhonda Stockman Vater von Zwillingen. 2005 gründete Stockman sein eigenes Plattenlabel Soul Chemistry Projects und konzentriert sich darauf Künstler verschiedenster Genres zu fördern. 2008 nahm er eine Coverversion zu Beyoncés Hit If I Were A Boy namens If U Were A Boy auf.

Asphaltvulkan

Asphaltvulkan ist die Bezeichnung für eine bis zu 800 m hohe vulkanartige Erhebung am Ozeanboden, die aus Salz besteht und aus deren Spitze natürlicher Asphalt austritt. Der Begriff Asphaltvulkanismus wurde eingeführt ohne dass der Prozess des Asphaltaustrittes bisher verstanden ist – allein die Assoziation des Asphaltes mit den Krater- und Rutschungsstrukturen und die morphologische Ähnlichkeit der Asphaltlagen mit magmatischen Lavaflüssen hat dazu geführt. Die ausgetretenen und am Meeresboden ausgehärteten Asphaltströme, sind ähnlich wie ʻAʻā-Lava von zahlreichen Rissen und Spalten zerklüftet.
Die Entdeckung dieser geologischen Besonderheit gelang einer internationalen Forschergruppe unter Leitung der Universität Bremen an Bord des Forschungsschiffes „Sonne“ im Jahr 2003. Die Forscher waren durch Aufnahmen von Satelliten, auf denen Ölspuren an der Wasseroberfläche zu erkennen waren, auf die Lokalität aufmerksam geworden.

Am Grund der Campeche-Bucht in etwa 3000 m Meerestiefe, im südlichen Teil des Golfs von Mexiko nordwestlich des mexikanischen Bundesstaates Campeche auf der Halbinsel Yucatán, finden sich diapirförmige Salzdome, lokal Campeche Knolls (Campeche-Hügel) genannt, aus deren Spitzen natürlicher Asphalt austritt und lavaähnlich die Hänge herabfließt.
Bis zu dieser Entdeckung waren nur kleinere mit Asphalt bedeckte Stellen beobachtet worden, in der Campeche-Bucht jedoch entdeckte man eine Fläche von über 1 km2. In dieser Meeresregion drängen in der Jura-Periode abgelagerte Salzvorkommen aus 8–15 km Tiefe empor, bis über das Niveau des Meeresbeckenbodens hinaus, während der Asphalt aus dem von Mikroorganismen zersetzten und thermisch veränderten Erdöl hervorgeht. Die an ihrer Basis etwa 5 bis 10 km breiten Campeche Knolls sind zwischen 450 und 800 m hoch und von verschiedenartiger Gestalt (Morphologie), die meisten sind langgestreckte Bergrücken, einige haben eine runde, kuppenartiger Form. Die Hangneigung beträgt zwischen 10 und 20 %. Einer der näher untersuchten Asphaltvulkane wurde von seinen Entdeckern ‚Chapopote‘ genannt, nach dem aus der aztekischen Sprachfamilie Nahuatl stammenden Wort Chapopote bzw. dem davon in das mexikanische Spanisch entlehnte Chapapote, beides bedeutet ‚Asphalt‘.
Die Existenz chemosynthetisierender (chemotropher) Organismen ist schon länger bekannt, beispielsweise von den entlang der Mittelozeanischen Rücken anzutreffenden untermeerischen Black Smokern. Dort dienen die aufsteigenden heißen schwefelhaltigen Lösungen als Energiequelle, während im weltweit bisher einmaligen Ökosystem der Campeche Knolls der Asphalt diese Funktion erfüllt. Er ist die Grundlage großer Ansammlungen chemosynthetischer Bakterien und Muscheln aus der Familie Vesicomyidae sowie Bartwürmern, die als Seep-Indikatoren Anzeiger für austretende Fluide sind, ferner wurden Krebse und Fische beobachtet. Die Verwendung von Asphalt als Nahrungsquelle ist außergewöhnlich und in dieser Form für die Wissenschaft ein neues Phänomen, denn er stellt das Endstadium in der Umwandlung von Erdöl dar und gilt daher als wenig lebensfreundlich. Welche chemischen Verbindungen genau von den Organismen für die Chemosynthese genutzt werden, ist derzeit noch unklar, so wie auch die genauen ökologischen Zusammenhänge innerhalb dieses Lebensraums.
Der Leiter der Expedition, Prof. Gerhard Bohrmann, kommentierte die Entdeckung: „Nur selten hat man als Forscher die Gelegenheit, völlig unbekannte Dinge zu entdecken. Auf der Erde bietet das in diesem Maße nur die Tiefsee.“
Im Jahre 2007 wurden bei der bathymetrischen Kartierung mit Sonarsonden am Meeresboden des Santa-Barbara-Kanal, Kalifornien, in circa 220 Metern Wassertiefe domförmige Hügel entdeckt. Weitere Untersuchungen mit Tauchbooten durch Wissenschaftler der University of California, Santa Barbara ergaben, dass diese fast ausschließlich aus Asphalt bestehen.
In der Nähe der Asphaltvulkane befinden sich Rohöl-Förderstellen. Das dort aus der Monterey-Formation gewonnene Rohöl hat die gleiche chemische Zusammensetzung wie der Asphalt aus den Vulkanen. Die Fahrten der Forscher ergaben, dass unter Wasser im Jahre 2010 keine Ölquellen mehr aktiv waren. An einigen Stellen trat jedoch in kleineren Mengen Methan aus.
Der gefundene Asphalt ist vor ungefähr 40.000 Jahren entstanden. Die bei den Austritten entstandenen Kegel wurden seit der Eiszeit durch die Strömungen im Kanal abgetragen. Heute sind lediglich die jüngst entdeckten Hügel erhalten. Über die Entstehung der untermeerischen Austritte wurde im Jahre 2010 noch keine klare, übereinstimmende Meinung gefunden.

Bayerisches Landtagswahlsystem

Das bayerische Landtagswahlsystem dient der Bestellung der derzeit mindestens 180 Sitze des bayerischen Parlaments. Die Bayerische Verfassung (in Art. 14 Abs. 1 BV) sowie das Bayerische Landeswahlgesetz (LWG) sehen hierbei ein so genanntes „verbessertes Verhältniswahlrecht“ vor.

Da die Verfassung weit reichende Festlegungen über das Wahlsystem enthält, ist dieses nur erschwert zu ändern: Tatsächlich bedürfte es dazu einer verfassungsändernden Mehrheit im bayerischen Landtag (vgl. Art. 75 BV) sowie einer Volksabstimmung.
Wie in Artikel 28 GG für alle deutschen Länder gleichermaßen vorgeschrieben, gelten auch in Bayern die Grundsätze der demokratischen Wahl. Die bayerische Verfassung legt hierzu fest: „Die Abgeordneten werden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach einem verbesserten Verhältniswahlrecht von allen wahlberechtigten Staatsbürgern in Wahlkreisen und Stimmkreisen gewählt.“ (Art. 14 Abs. 1 BV) Das Kriterium der „freien Wahl“ versteht man dabei als aus den anderen vier Grundsätzen notwendig hervorgehend.
Für weiterführende Informationen zu den Wahlrechtsgrundsätzen siehe den Artikel Bundestagswahlrecht.
Stimmberechtigt bei den Wahlen zum Landtag, bei Volksbegehren und Volksentscheiden sind alle Deutschen, die das 18. Lebensjahr vollendet (Volljährigkeit) und ihren Wohnsitz seit mindestens drei Monaten in Bayern haben. Darüber hinaus darf das Stimmrecht, zum Beispiel durch einen Richterspruch, nicht aberkannt worden sein.
Wählbar ist jede stimmberechtigte Person, die am Tag der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet hat.
Auf Grund der Methode der Stimmenverrechnung sind Einzelkandidaturen jedoch ausgeschlossen, weshalb praktisch nur wählbar ist, wer von einer Partei oder Wählergruppe vorgeschlagen wurde.
Bei der bayerischen Landtagswahl sind seit 2003 mindestens 180 Mandate zu vergeben. Dabei entfallen mindestens 90 auf Einpersonenwahlkreise (die „Stimmkreise“), in denen die relative Mehrheit die Wahl entscheidet. Die restlichen Mandate werden auf Ebene der Wahlkreise auf sogenannte offene Listen verteilt. So zeichnet sich das bayerische Landtagswahlsystem vor allem durch seine zwei Personenstimmen je Wähler (statt einer Personen- und einer Parteienstimme) sowie die sieben Wahlkreislisten (statt einer Landesliste) aus. Die Unterscheidung zwischen den lokalen Stimmkreisen und den größeren Wahlkreisen ist in diesem Zusammenhang besonders zu beachten.
Die Verteilung der Direkt- und Listenmandate auf die Bezirke des Freistaats erfolgt nach dem Verhältnis der Bevölkerungszahl der sieben Wahlkreise zueinander. Dies dient dazu, einen regionalen Proporz der Landesteile unter den Gewählten zu garantieren. Auf den Bezirk/Wahlkreis Mittelfranken entfallen demnach beispielsweise insgesamt 24 Landtagsmandate, wovon jeweils 12 in den Stimmkreisen und weitere 12 über die Wahlkreisliste vergeben werden.
Mit der Erststimme wählt der Wahlberechtigte einen Kandidaten der in seinem Stimmkreis antretenden Parteien, wodurch es sich also um eine echte Personenwahl handelt. Jeder Stimmkreisbewerber ist auch auf der Wahlkreisliste seiner Partei aufgeführt, in seinem eigenen Stimmkreis jedoch nicht über die Liste wählbar. Über den Wahlsieg im Stimmkreis entscheidet die relative Mehrheit der Stimmen (Mehrheitswahl). Sollte die Partei des Kandidaten allerdings landesweit an der Fünf-Prozent-Hürde (siehe unten) scheitern, so gewinnt der zweitplatzierte Stimmkreisbewerber das Mandat.
Die Zweitstimme bezieht sich auf die Wahlkreisliste. Wie bereits erwähnt, bildet jeder einzelne der sieben Bezirke Bayerns jeweils einen Wahlkreis, in welchem die antretenden Parteien eine eigene Liste aufstellen. Anders als beispielsweise im Bundestagswahlsystem treten hier nicht lediglich Parteien mit starren Listen an: stattdessen handelt es sich um „offene Listen“, auf welchen der Wähler für die Partei seiner Wahl mittels eines ihrer Listenbewerber votieren kann. Einerseits ist die Listenwahl mit der Zweitstimme dadurch „personalisiert“, womit ein Nachteil der Verhältniswahl ausgeglichen werden kann und der Wähler in die Lage versetzt wird, Einfluss auf die Reihenfolge der Listenmandate zu nehmen. Andererseits bietet diese Methode alle Vorteile dieses Wahlprinzips: So können die Parteien beispielsweise die Reihenfolge der Listenbewerber vor der Wahl festlegen und dadurch Einfluss auf ihre Erfolgschancen nehmen oder eigens Kandidaten an der Spitze der Liste positionieren, um ihre Wahl sicherzustellen (zum Beispiel prominente Parteimitglieder). Durch die Verrechnung der Stimmenzahlen, die auf die verschiedenen Wahlkreislisten entfallen, wird der Wählerwille, anders als in der Personenwahl, proportional abgebildet. Somit haben alle Stimmen, anders als in einer Mehrheitswahl, den gleichen Erfolgswert und keine Stimme geht verloren.
Bis 1970 galt in Bayern eine Zehn-Prozent-Hürde auf Ebene der Wahlkreise, also der Bezirke. Seit 1974 herrscht bei der Landtagswahl eine landesweite Fünf-Prozent-Hürde, die dazu führt, dass alle Stimmen für Kandidaten unberücksichtigt bleiben, auf deren Parteien im ganzen Wahlgebiet nicht mindestens fünf Prozent der gültigen Stimmen entfallen sind. Da es im bayerischen Wahlsystem keine der Grundmandatsklausel des Bundestagswahlsystems vergleichbare Regelung gibt, bedeutet dies auch, dass siegreiche Stimmkreisbewerber dadurch eventuell kein Mandat erhalten. Vergleiche dazu: Bayerische Verfassung, Art. 14 Abs. 4. Das Mandat geht in diesem Falle, wie erwähnt, an den Kandidaten mit den zweitmeisten Erststimmen.
Eine wichtige Besonderheit des Wahlsystems zeigt sich bei der Verrechnung der gültigen Stimmen in Mandate: So werden die für die Stimmkreisbewerber der Parteien und für deren Wahlkreislisten abgegebenen Erst- und Zweitstimmen zusammengezählt, um auf Grundlage der Gesamtstimmenzahlen der Parteien ihren prozentualen Anteil an der Gesamtzahl der Parlamentssitze zu errechnen. Dieser erste Verrechnungsschritt charakterisiert das Wahlverfahren im Ganzen als echte Verhältniswahl und bedeutet im Umkehrschluss, dass beide Wahlstimmen die Sitzverteilung im Landtag beeinflussen, da auch die im Stimmkreis „unterlegenen“ Stimmen gezählt werden. Die prozentualen Anteile der Parteien an den Parlamentssitzen stehen somit fest.
Besetzt werden diese wie folgt: Die Gewinner der Stimmenmehrheit in den Stimmkreisen sind gewählt, sofern ihre Partei nicht an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. Ist dies der Fall, erlangt der nächsthöchstplatzierte das Mandat. Die auf die Wahlkreislisten entfallenden Mandate werden auf die erfolgreichsten Listenbewerber aller Parteien verteilt (wobei diejenigen Kandidaten unberücksichtigt bleiben, die bereits ein Direktmandat im Stimmkreis errungen haben). Für die Mandatsgabe werden sowohl die Stimmen gezählt, die ein Kandidat im Stimmkreis errungen als auch solche, die er über die Wahlkreisliste gewonnen hat.
Die konkrete Umrechnung der Prozentanteile der Parteien in die ihnen zustehenden Parlamentssitze erfolgte bis 1990 nach dem d’Hondtschen Höchstzahlverfahren, welches der Bayerische Verfassungsgerichtshof 1992 jedoch für verfassungswidrig erklärte. Seit der Landtagswahl von 1994 kommt deshalb das Hare-Niemeyer-Verfahren zur Anwendung, das weder kleine noch große Parteien bevorzugt. Wie aus den obigen Ausführungen bereits hervorgeht, geschieht die Mandatszuteilung rechnerisch auf Ebene der Wahlkreise/Bezirke, da die Mandatszahl je Wahlkreis konstant ist.
Wenn es bei der Mandatsvergabe zu Überhangmandaten kommt, indem eine Partei in einem Wahlkreis mehr Stimmkreismandate erringt, als ihr nach dem Sitzzuteilungsverfahren zustehen, bleiben ihr diese zusätzlichen Sitze erhalten. Zum Ausgleich wird die Zahl der Mandate im betreffenden Wahlkreis erhöht, bis wieder eine Hare/Niemeyer-konforme Sitzverteilung aller Listen im Wahlkreis erreicht ist (siehe auch Ausgleichsmandat). Der betreffende Wahlkreis ist dadurch im Landtag überrepräsentiert. Wenn eine Partei in mehreren Wahlkreisen die am stärksten überhängende Liste stellt, hat sie einen systematischen Vorteil dadurch, dass sie in jedem dieser Wahlkreise den letzten Sitz erhält.
In den Genuss der vom Steuerzahler finanzierten Parteienfinanzierung kommen alle Parteien, die landesweit mindestens 1 % der Zweitstimmen erzielen.

Joe Friggieri

Joe Friggieri (* 1946 auf Malta) ist ein maltesischer Philosoph, Dichter, Dramatiker und Theaterdirektor. Er ist Professor für Philosophie und stellvertretender Rektor an der Universität Malta.

Joe Friggieri promovierte an den Universitäten Mailand und Oxford. Von 1990 bis 1993 war Friggieri Vorsitzender des Teatru Manoel, 1993 bis 1996 Mitglied der Broadcasting Authority, 1971 bis 1974 Herausgeber des Kunstjournals Arti , Gründungsherausgeber von Kultura 21 sowie aktiver Teilnehmer und Produzent verschiedener Kulturprogramme in Radio und Fernsehen.
Er hatte verschiedene Forschungsstipendien und arbeitete als Dozent an den Universitäten von Venedig (Ca’ Foscari), Amsterdam, St. Andrews, Augsburg, Genua, Rome (Roma Tre) und Sassari.
Joe Friggieri hatte den Vorsitz des Edward de Bono Institutes für Design und Entwicklung des Denkens sowie des Instituts für Tourismus, Transport und Kultur inne. Als Präsident der „Philosophy Society“ liefert er regelmäßig Beiträge zur politisch soziokulturellen Debatte. Derzeit ist er Vorsitzender des Internationalen Instituts für Barockstudien, Malta.
Unter anderem publizierte Joe Friggieri zwei Werke über den englischen Philosophen J. L. Austin, drei Gedichtsbände, eine ganze Anzahl an Theaterstücken und die erste Geschichte der Philosophie in seiner Muttersprache Maltesisch, genannt „In-Nisga tal-Hsieb“. Joe Friggieri produzierte über vierzig Theaterstücke, darunter sieben der beliebtesten Dramen von Shakespeare. Er übersetzte Aristophanes, Molière, Ibsen, Chehov, Pirandello, Ugo Betti, Ionesco und Arthur Miller. Unter seiner Leitung wurden vier Opern aufgeführt, und er schrieb das Libretto für Charles Camilleris Il-Weghda, der ersten Oper in maltesischer Sprache sowie die Liedtexte dreier Liederzyklen desselben Komponisten.
Seine letzte Anthologie, die aus kurzen Erzählungen, Ħrejjef għal Żmienna (Tales for Our Times) besteht und ursprünglich auf Maltesisch erschienen ist, wurde von David E. Cooper im London Times Literary Supplement unter dem Titel Crammed with Fine Dreams besprochen. Er schreibt wie folgt (Originaltext in engl. Sprache):
„Joe Friggieri knüpft mit einem Sinn für das Nostalgische an Zeiten an, die noch nicht so lange vorbei sind und die mit solchen Kindheitserinnerungen ausgeschmückt sind, die nie ganz vergehen. Mit einer gewissen Wehmut wird an Momente gedacht, wo Menschen sich noch an den Wundern einfacher Dinge erfreut haben- wie der Schuljunge beispielsweise, den ein Kaleidoskop mit Phantasie solange beflügelte, bis ein neuer Lehrer kam und die Kaleidoskope für Zeitverschwendung erklärte.“
Diese Kurzgeschichten wurden auch ins Französische übersetzt und von Filprint (Malta) unter dem Titel Contes de Notre Temps verlegt. Die deutsche Übersetzung erscheint im September 2015 unter dem Titel „Erzählungen für unsere Zeit“ bei ArtoEdition in Berlin. Joe Friggieris letzte Publikation sind das Theaterstück L-Ghanja tac-Cinju, Über die letzten Tage von Sokrates, und ein Stück für Kinder und junge Erwachsene über Aesops Fabeln Fil-Gnien ta’ Esopu.
Joe Friggieri gewann mehrere Literaturpreise, unter anderem fünf Mal den „National Literary Prize“ von Malta (1993, 1999, 2003, 2008 und 2013) und den „Francis Ebejer Preis“ für das beste Theaterstück und die beste Uraufführung (Caravaggio: L-Inkjesta, Manoel Theatre, 2007). 2008 wurde er für seinen Beitrag zum kulturellen Leben Maltas zum Mitglied des Order of Merit (MOM) ernannt. 2012 gewann Friggieri den ersten Preis des „Francis Ebejer Wettbewerbs“ für Hörspiele.

Hans Fischer (General)

Hans Fischer (* 31. Januar 1895 in Regensburg; † 2. April 1943 in Riga) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalingenieur der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Beförderungen
Fischer trat am 10. August 1914 als Freiwilliger der Bayerischen Armee bei und diente zu Beginn des Ersten Weltkriegs zunächst im I. Ersatz-Bataillon des 7. Infanterie-Regiments „Prinz Leopold“ sowie von September bis November 1914 im 21. Reserve-Infanterie-Regiment. Im Anschluss wechselte er in das Ersatz-Bataillon des 21. Infanterie-Regiments „Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin“ über, wo er bis Mai 1915 verblieb.
Am 13. Mai 1915 begann Fischer eine Flugzeugführerausbildung bei der bayerischen Fliegerersatzabteilung in Schleißheim, die bis Ende Oktober 1916 andauerte. Dieser folgte eine zweimonatige Ausbildung an der Militärfliegerschule 4. Am 20. Dezember 1916 wurde Fischer Flugzeugführer bei der Kampfstaffel 34 sowie ab dem 13. Februar 1917 in gleicher Position der Schutzstaffel 25. Von Ende März 1917 bis zum 8. Oktober 1917 diente er wieder bei der bayerischen Fliegerersatz-Abteilung Schleißheim und wurde ab Oktober 1917 zurück in den Bodenkampf versetzt, wo er bei der Ersatz-Abteilung des 21. Infanterie-Regiments „Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin“ zum Einsatz kam. Ende Oktober 1917 stieg er zum Offiziersaspiranten, Zugführer sowie stellvertretenden Kompanieführer auf, wobei er zugleich stellvertretender Adjutant des III. Bataillons war und beim Stab des 28. Infanterie-Regiments diente. Diese Position hatte Fischer bis zum 21. Januar 1919 inne. Anschließend schied er infolge der Demobilisierung aus dem Militärdienst aus und kehrte in das Zivilleben zurück.
Dort war Fischer vom 1. Mai 1927 bis zum 31. Oktober 1933 Technischer Leiter an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in List und Staaken.
Zum 1. November 1933 trat Fischer der im geheimen Aufbau begriffenen Luftwaffe bei und agierte bis Ende Februar 1934 als Referent bei der Inspektion der Fliegerschulen im Reichsluftfahrtministerium. Vom 1. März 1934 bis Ende Februar 1935 war Fischer Technischer Leiter des Fliegerhorstes Celle. Danach diente er von März 1935 bis Mitte September 1938 als 1. Referent bei der Inspektion der Seeflieger in Kiel sowie im Anschluss vom 15. September bis Ende Juli 1939 als Chef-Ingenieur beim Luftgaukommando VI (See). Zum 1. August 1939 kehrte Fischer wieder nach Berlin zurück und agierte dort bis zum 9. Februar 1940 als Luftgauingenieur III sowie vom 10. Februar 1940 bis zum 30. November 1941 als Luftgauingenieur XI in Hamburg. Zum 1. Dezember 1941 wurde Fischer Chefingenieur beim Luftflottenkommando 1 und hatte diesen Posten bis zum 2. April 1943 inne, als er bei einem Flugzeugabsturz nahe Riga ums leben kam. Zuvor war er am 1. April 1942 zum Generalingenieur ernannt worden.

St. Leonhard (Apfeltrach)

Die römisch-katholische Wallfahrtskirche St. Leonhard befindet sich in Apfeltrach im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Das Langhaus der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der etwas in südlicher Richtung abgeknickte Chor ist noch älter als das Langhaus und stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1741 wurde die Kirche umgebaut und in dieser Zeit durch Johann Merk die Stichkappentonne im Chor eingezogen. Die Empore im Inneren an der Westseite wurde im 17. Jahrhundert errichtet, die Flachdecke 1774. Der Kirchturm mit Satteldach stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und befindet sich im südlichen Chorwinkel.
Die Stipes aus Sandstein des Altares im Chor stammen vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Die beiden Seitenaltäre wurden um das Jahr 1680 geschaffen. Auf diesen befinden sich links Figuren des Hl. Sebastian, seitlich davon der Hl. Georg und Johannes der Täufer. Im Auszug des linken Seitenaltares ist vermutlich die Hl. Katharina dargestellt. Die Figuren stammen allesamt aus dem späten 17. Jahrhundert. Der rechte Seitenaltar zeigt die Figuren aus dem 18. Jahrhundert des Antonius von Padua mit den Hl. Franziskus und Antonius Eremita. Seitlich davon befinden sich Figuren des Hl. Joachim und Anna. Im Auszug befindet sich eine Darstellung der Hl. Veronika, welche alle aus dem späten 17. Jahrhundert stammen.
Die Chorwände zieren Wandmalereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts in drei Reihen. Die oberste Reihe der Wandmalereien ist etwas älter und stammt aus der Zeit um 1430. An der Ostseite des Chores befinden sich Darstellungen von Mariä Tempelgang, sowie die Verlobung Mariens. Die Südseite des Chores zeigt Szenen der Beschneidung Christi und in den beiden unteren Reihen Darstellungen aus dem Leben Christi und Mariä.
Die Deckengemälde im Chor wurden 1741 geschaffen und erst 1961 wieder freigelegt. Dargestellt sind der Hl. Leonhard zu Füßen Christi mit Kreuz und in der südöstlichen Kartusche den Hl. Rochus. Die Bilder im Langhaus wurden durch Bruno Tobias Lederer 1774 geschaffen. Diese zeigen den Hl. Leonhard als Patron der Gefangenen und des Viehs, sowie weiteren Szenen aus seinem Leben. Eine von Engeln gehaltene Kartusche über dem Westfenster zeigt ein Chronogramm mit 1774.
Die Kanzel ist mit 1683 bezeichnet. Das ungefaßte Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1741. In der Kirche befinden sich auch mehrere Gemälde. Aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammt das Gemälde des Hl. Leonhard als Befreier von Gefangenen und am Kindbett der fränkischen Königin. Die Abbildung der 14 Nothelfer um 1718 war ursprünglich das Hochaltarblatt der Nothelferkapelle. Des Weiteren befindet sich eine Figur der Muttergottes von 1420/1430 in der Kirche. Ebenso eine Kreuzigungsgruppe aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts. Die Pietà stammt aus der Zeit um 1520.
48.02253910.495183Koordinaten: 48° 1′ 21″ N, 10° 29′ 43″ O

Galaxina

Galaxina ist ein US-amerikanischer Low-Budget-Science-Fiction-Film von Regisseur William Sachs aus dem Jahr 1980. Der Film ist eine Parodie von bekannten Spielfilmen wie Star Wars, 2001: Odyssee im Weltraum, Star Trek oder Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt mit dem Playmate Dorothy Stratten in der Hauptrolle der titelgebenden Heldin.
Kurz nach Veröffentlichung des Filmes wurde die 20-jährige Hauptdarstellerin Dorothy Stratten, die 1980 von den Lesern des US-Herrenmagazins Playboy zum „Playmate des Jahres“ gewählt wurde, von ihrem eifersüchtigen Ehemann getötet, der anschließend Suizid beging. Galaxina ist Strattens vorletzter Film als Schauspielerin.

In ferner Zukunft, man schreibt das Jahr 3008, nimmt mit der Entdeckung neuer Galaxien und Zivilisationen das routinemäßige Aufkommen von Raumflügen rapide zu, so dass Polizeitruppen entsandt werden, um in den unendlichen Weiten der bekannten Sternensysteme zu patrouillieren. Eines dieser bemannten Polizeiraumschiffe ist der Polizeikreuzer Nr. 308 – „Infinity“, dessen Crew neben den Ordnungskräften und einem skurrilen steinebeißenden Gefangenen auch aus einem weiblichen, navigierenden Roboter namens Galaxina besteht. Diese neuartige und ungewöhnliche Maschine, eine stumme, androide Schönheit, ist in der Lage, Gefühle zu empfinden; gleichzeitig ist sie äußerst wehrhaft – sie kann Stromstöße aussenden!
Eines Tages erhält Captain Cornelius Butt einen neuen Auftrag. Die Infinity wird mit seiner sonderbaren Besatzung auf eine 27-jährige Reise zum Planeten „Alter 1“ entsandt, wo man den mystischen Edelstein „Blauer Stern“ vermutet, mit dessen Hilfe man die Kontrolle über das Universum erlangen kann. Auf dem Weg zum weit entfernten Gestirn, den die Mannschaft im Kryo-Kälteschlaf verbringt, übernimmt Galaxina die verantwortungsvolle Überwachung aller lebensnotwendigen Funktionen des Schiffes. In dieser Zeit bringt sich der Schiffsroboter, nachdem der athletische Sergeant Thor sich in sie verliebt, selbständig das Sprechen bei, entledigt sich ihres elektrischen Feldes und programmiert sich zur „menschlichen Frau“.
Kurz vor ihrem Bestimmungsziel entlässt Galaxina die fünfköpfige Crew aus ihrem fast drei Jahrzehnte langen Schlaf, den die Männer bis auf Captain Butt nahezu unbeschadet und ungealtert überstehen. Die Kälteschlafkammer des Polizeichefs wurde unglücklicherweise von einer an Bord befindlichen außerirdischen Lebensform sabotiert, was bei Butt neben dem Älterwerden auch zu einer gewissen Senilität führt. In dieser Phase wird das Polizeiraumschiff vom Flugobjekt des bösartigen Ordrics – einem Außerirdischen, der sich ebenfalls für das Mineral interessiert – angegriffen und beschädigt, was unweigerlich zur unsanften Landung auf dem Zielplaneten führt. Die bewaffnete Galaxina wird daraufhin allein in die düstere Stadt geschickt, um ein dort vermutetes Stück des Gesteins zu bergen, was ihr auch, trotz der Einmischung Ordrics, gelingt. Auf ihrer Mission wird sie allerdings von terrorisierenden, Harley Davids Sohn verehrenden Rocker-Aliens, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, gefangengenommen.
Derweil startet der liebestolle Thor in Buzz‘ Begleitung die Suche nach der vermissten leidenschaftlichen Androidin, die zeitlich versetzt ihrem Angebeteten Thor ihre Liebe gestand. Dem Suchtrupp gelingt es nach wenigen Momenten, die gefesselte Galaxina zu befreien, das blaue Mineral zu bergen und zum Raumschiff zurückzukehren. In der Zwischenzeit wurde die Infinity von Ordric mit Waffengewalt unter Kontrolle gebracht. Alle Besatzungsmitglieder, darunter auch der eintreffende Suchtrupp, werden vom außerirdischen Schurken in Gewahrsam genommen, bis dieser von dem an Bord befindlichen Alien, der zuvor den körperlichen Verfall des Captains verschuldete, dematerialisiert wird. Am Ende des Films befreit das kleine, namenlose Ungetüm die gefangene Infinity-Crew. Voller Freude über die gewonnene Freiheit verspeist der ebenfalls befreite „Steinbeißer“ den gesuchten Edelstein. Daraufhin kehrt die Infinity erneut zum unwirklichen Planeten zurück, um nach einem weiteren Gesteinsstück zu suchen. Galaxina und Thor werden ein glückliches Paar.
Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei „eine auf das schauspielerisch völlig untalentierte Ex-Playboy-Modell Dorothy R. Stratten ausgerichtete unlogische Science-Fiction-Film-Parodie.“
Der gezeigte Film-im-Film ist ein Ausschnitt aus der DEFA-Produktion Der schweigende Stern.