Vaginismus

Unter Vaginismus (oder auch Scheidenkrampf) versteht man eine unwillkürliche Verkrampfung oder Verspannung des Beckenbodens und des äußeren Drittels der Vaginalmuskulatur der Frau, wodurch der Scheideneingang eng oder wie verschlossen erscheint. Vaginalverkehr, eine gynäkologische Untersuchung und das Einführen von Tampons oder anderen Objekten können dadurch sehr schmerzhaft oder – bei Vaginismus in seiner schwersten Ausprägung – unmöglich sein.
Eine neuere Definition von Basson et al. lässt den Aspekt der Verkrampfung beiseite, weil er niemals nachgewiesen wurde, und bezeichnet Vaginismus als „andauernde oder wiederkehrende Schwierigkeiten einer Frau, das Einführen eines Penis, Fingers oder eines anderen Objektes in ihre Vagina zuzulassen, trotz ihres eigenen, ausdrücklich geäußerten Wunsches, etwas einzuführen.“
Vaginismus gehört zu den sexuellen Funktionsstörungen, genauer zu Schmerzstörungen, und ist häufig zumindest organisch mitbedingt, kann aber auch rein psychisch bedingt sein.

Es werden üblicherweise zwei Arten von Vaginismus unterschieden:
Primärer Vaginismus besteht, wenn es bei einer Frau niemals möglich war, etwas schmerzfrei in die Vagina einzuführen. Er wird meistens erst in der Pubertät oder bei adoleszenten Frauen entdeckt, weil vorher üblicherweise kein diesbezüglicher Versuch unternommen wird.
Unter sekundärem Vaginismus leiden Frauen, deren Vaginismus durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst wurde. Auslöser können schwere traumatische Erlebnisse wie eine Vergewaltigung oder ein Geburtstrauma sein, aber auch vergleichsweise harmlose Erlebnisse wie eine unsanfte gynäkologische Untersuchung oder wiederholte Schmerzerlebnisse beim Geschlechtsverkehr.
Crowley et al. unterscheiden neben primärem und sekundärem Vaginismus noch weitere Formen:
Mögliche Therapien sind das Training mit Vaginaldilatoren, Biofeedback und Beckenbodentraining.
Vaginaldilatoren sind glatte, konisch geformte Stäbe (meistens in Sets mit mehreren Stäben unterschiedlicher Durchmesser erhältlich). Mit diesen wird die Vagina an das Einführen gewöhnt und desensibilisiert sowie das verspannte Gewebe gelockert.
Auch Beckenbodentraining, bisweilen gemeinsam mit vaginaler Selbstuntersuchung eingesetzt, kann einen wesentlichen Beitrag zur Heilung von Vaginismus leisten. Durch das Training der quergestreiften Beckenbodenmuskulatur kann die Kontrolle über die Muskulatur (zurück)gewonnen werden, da die betroffene Frau lernt, sie bewusst anzuspannen oder zu entspannen.
Psychotherapien können unterstützend sinnvoll sein, aber der hauptsächliche Behandlungserfolg wird in den meisten Fällen durch die körperliche Therapie erreicht.
Hannes Wader beschrieb eine solche Situation 1972 ironisch in seinem Sprechgesang Der Tankerkönig: „Warum haben Sie uns so erschreckt? Meine Bekannte hat’n Krampf und jetzt hängen wa fest!“

Tel Aviv Museum of Art

Das Tel Aviv Museum of Art wurde am 2. April 1932 im Haus des ersten Bürgermeisters von Tel Aviv, Meir Dizengoff, eröffnet. Das Museum trug damals den Namen seiner verstorbenen Frau, Sina Dizengoff. 1971 zog es an seinen heutigen Standort in der Shaul-Hamelekh-Straße.

Das Museum beherbergt eine Sammlung klassischer und zeitgenössischer Kunst, speziell von israelischen Künstlern, einen Skulpturgarten und einen Jugendflügel.
Ausgestellt werden Werke der wichtigsten Stilrichtungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Fauvismus, deutscher Impressionismus und Expressionismus, Kubismus, Futurismus, russischer Konstruktivismus, De Stijl und Surrealismus mit Werken von Joan Miró, französische Kunst vom Impressionismus und Spätimpressionismus bis zur Pariser Schule mit Werken von Chaim Soutine. Unter den ausgestellten Künstlern sind Claude Monet, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne, Alfred Sisley, Henri Edmond Cross, Pierre Bonnard, Tsuguharu Foujita, Henri Matisse, Amedeo Modigliani, Gustav Klimt, Wassily Kandinsky, Marc Chagall, Ernst Oppler und Reuven Rubin. Ebenso zu sehen sind Werke von Pablo Picasso aus der Blauen Periode, der Neoklassischen Periode und aus seinem Spätwerk. Die Peggy Guggenheim-Sammlung des Museums, eine Spende aus dem Jahr 1950, umfasst 36 Werke, unter anderem von Jackson Pollock, William Baziotes, Richard Pousette-Dart, Yves Tanguy, Roberto Matta und André Masson.
Am 2. November 2011 wurde das neue Herta und Paul Amir Gebäude mit der Ausstellung Schevirat ha-Kelim (Bruch der Gefäße) des deutschen Künstlers Anselm Kiefer eröffnet. Der großzügige Gebäudeflügel entstand unter der Leitung des amerikanischen Architekten Preston Scott Cohen. In dem neuen Gebäude befinden sich zwei Räume von 244 m² Größe, die Galerie der deutschen Freunde. Der Verein Freunde des Tel Aviv Museums of Art, Deutschland hat sich finanziell an der Errichtung des Neubaus beteiligt und will zum Austausch zwischen deutschen und israelischen Museen beitragen.
Das neue Archiv der israelischen Architektur Galerie soll im Jahr 2013 geöffnet werden.
Für März 2015 war die Eröffnung einer gemeinsamen Ausstellung von Ai Weiwei und Miki Kratsman zum Thema Flüchtlingslager weltweit geplant, in der u. a. Porträtfotos von dreitausend Palästinensern gezeigt werden sollten. Die Ausstellung wurde mehrmals verschoben. Doron Sabag, ein Mitglied des Kuratoriums, forderte Kratsman angeblich auf, die geplante Ausstellung mit Rücksicht auf „das gegenwärtige politische Klima … abzumildern“. Kratsman warf dem Museum Zensur vor. Das Museum erklärte, der Ausstellungsplan für 2017 sei schon voll, deshalb habe man noch keinen geeigneten Termin für die geplante Ausstellung finden können.
32.07744134.786847Koordinaten: 32° 4′ 39″ N, 34° 47′ 13″ O

Pacific Jewel

Die Pacific Jewel an den White Bay-Anlegern in Sydney
Lloyd’s Register of Shipping
IMO 8521220
Die Pacific Jewel (dt. Pazifikjuwel) ist ein Kreuzfahrtschiff der britisch-amerikanischen Carnival Corporation & plc. Seit Ende 2009 ist es für die Marke P&O Cruises Australia bei der britischen Teilgesellschaft Carnival UK im Dienst. Sie fährt unter der Flagge Großbritanniens mit Heimathafen London, aber ihre Kreuzfahrten starten jeweils im australischen Brisbane.
Im deutschsprachigen Raum war das Schiff ab 2002 als A’Rosa Blu und von 2004 bis 2007 als AIDAblu bekannt. Im Jahr 1990 fertiggestellt, war sie das erste von zwei baugleichen Schiffen. Im Jahr 1991 folgte als zweites die heutige Pacific Dawn.

Ab 1984 verhandelte Sitmar Cruises (Società Italiana Trasporti Marittimi), ein Unternehmen der russischstämmigen Reeder-Familie Vlasov unter Boris Vlasov, mit der staatlichen italienischen Werft Fincantieri Cantieri Navali Italiani S.p.A. über den Bau zwei neuer Kreuzfahrtschiffe. Fincantieri war zwar mit acht Werften damals schon eines der bedeutendsten Schiffbauunternehmen in Europa, betrachtete die Pläne aber als große Chance und Herausforderung, nachdem seit der Eugenio C. für Costa Crociere im Jahr 1966 kein Passagierschiff mehr in Italien gebaut worden war. Sitmar Cruises setzte bis dahin vorwiegend umgebaute Frachtschiffe für Kreuzfahrten ein und fürchtete, im einsetzenden Wettrüsten der amerikanischen Wettbewerber Carnival Corporation und Royal Caribbean Cruise Line mit ihren speziell auf den boomenden Kreuzfahrtmarkt ausgerichteten und immer größeren Neubauten ins Hintertreffen zu geraten. Als sich die Verhandlungen durch Forderungen der Italienischen Regierung länger hinzogen, wurde die französische Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire mit dem Bau der Sitmar FairMajesty für 153 Mio. US-Dollar bis Ende 1988 beauftragt. Für ein zweites Schiff vereinbarte man eine Option bis Ende 1986.
Die italienische Regierung zeigte sich schockiert und wechselte die Taktik. Sie bot Sitmar für weitere Schiffe nun Sonderkonditionen an und brachte das Unternehmen tatsächlich so weit, die Option für den Bau des zweiten Schiffs in Frankreich fallen zu lassen und einen Vertrag über gleich zwei baugleiche Kreuzfahrtschiffe der „vierten Generation“ mit 70.000 BRT zu je 280 Mio. US-Dollar mit Fincantieri abzuschließen.
Die Schiffe sollten ein ganz besonders italienisches Aussehen erhalten. Für dessen Gestaltung ließ sich der Architekt Renzo Piano gewinnen, der mit seinen Entwürfen zum Bau des Pariser Centre Georges Pompidou bereits weltweit Berühmtheit erlangt hatte. Der spätere Ministerpräsident Italiens Romano Prodi hatte ihn in seiner Funktion als President der staatlichen Holding Istituto per la Ricostruzione Industriale (IRI) angesprochen, zu der die Werft Fincantieri damals gehörte. Pianos Entwürfen verdankt das Schiff die geschwungenen Formen und den abgerundeten Aufbau oberhalb der Brücke, der dem Kopf eines schwimmenden Delphins nachempfunden wurde. Die Originalpläne sollen angeblich noch weitaus futuristischer gewesen sein, wurden aus Kostengründen aber zurückgewiesen und nochmal überarbeitet.
Für das Eigentum an den neuen Schiffen gründete Boris Vlasov unter dem Namen Astramar eine neue Tochtergesellschaft mit Sitz in Palermo. Sitmar Cruises sollte nach Fertigstellung der Schiffe zum Leasingnehmer werden. Er wollte für den Bauauftrag Steuervorteile als italienische Reederei geltend machen und der Kritik begegnen, die mehrere EU-Länder schon über längere Zeit zur Staatszugehörigkeit seines Unternehmens geäußert hatten. Obwohl er den Unternehmenssitz eigentlich schon kurz nach dem Tod seines Vaters, des Unternehmensgründers Alexander Vlasov im Jahr 1961 nach Monaco verlegt hatte, gab sich die Reederei weiterhin offiziell italienisch.
Im Jahr 1987 verstarb Boris Vlasov jedoch ganz unerwartet und das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten. Da erkannte die britische Reederei P&O ihre Chance. Für sie wäre der Vorsprung der Konkurrenz beim Ausbau der Kreuzfahrtflotte – wenn überhaupt – erst mit einigen Jahren Verspätung aufzuholen gewesen. Sie zog daher bereits eine Fusion der eigenen Kreuzfahrtsparte mit einem anderen Unternehmen in Betracht. Im Juli 1988 gelang es dem P&O-Vorstandsvorsitzenden Lord Sterling, für 210 Mio. US-Dollar der Erbengemeinschaft der Vlasow-Reederei die Kreuzfahrtsparte und damit auch die bei Fincantieri als Hull-Nr. 5839 und 5840 schon im Bau befindlichen Schiffe abzukaufen.
Das Schiff mit Baunummer 5839, die heutige Pacific Jewel, wurde 1990 fertiggestellt und am 29. Juni übergeben.
Für die ersten zwei Jahre blieb das Schiff zunächst, so wie von Boris Vlasov geplant und vertraglich festgelegt, im Eigentum der italienischen Astramar. Diese, inzwischen unter Leitung der P&O, überließ das Schiff der amerikanischen P&O-Tochter Princess Cruises. Registriert wurde das Schiff in Liberia und seine Jungfernfahrt führte ab 9. Juli vom griechischen Hafen Piräus durchs Mittelmeer. Am 13. September überquerte es den Atlantik von Southampton nach New York. Dort vollzog die italienische Schauspielerin Sophia Loren dann auch die offizielle Taufe des Schiffs als Crown Princess. Diesen Namen trug das Schiff aber nur bis 2002. Die Crown Princess der heutigen Princess Cruises ist ein Neubau aus dem Jahr 2006, wieder von Fincantieri.
Nach der Schiffstaufe setzte Princess Cruises das Schiff ab Herbst 1990 für Kreuzfahrten von Fort Lauderdale in die Karibik ein. Im Jahr 1992 übernahm Princess Cruises schließlich das Eigentum am Schiff. Als Flagge blieb es zunächst bei Liberia, im Jahr 2000 registrierte Princess Cruises das Schiff auf die Bermudas um. Am 26. Juni 2001 fielen während einer Europa-Kreuzfahrt die Schiffsmotoren aus und das Schiff musste nach Kopenhagen geschleppt werden. Nur wenige Tage später entschied P&O, das Schiff von Princess Cruises abzuziehen.
In Rostock hatte man zwischenzeitlich die Kreuzfahrttochter Seetours der Deutschen Seereederei (DSR) übernommen und mit ihr die Markennamen AIDA (heute AIDA Cruises) und A’Rosa, mit denen man auf dem noch kaum erschlossenen deutschen Markt stärker auftreten wollte. Das Schiff wurde auf der Lloyd Werft Bremerhaven umgebaut und am 14. Juni 2002 von der Schauspielerin Iris Berben auf A’Rosa Blu getauft. Unter diesem Namen war sie ein Jahr in der Karibik, im Mittelmeer sowie in der Ost- und Nordsee unterwegs.
Im Jahr 2003 bildete die zuvor aus der P&O ausgegründete P&O Princess Cruises mit der amerikanischen Carnival Corporation den heutigen Weltmarktführer Carnival Corporation & plc. Damit änderten sich die Pläne. Die Deutsche Seereederei verkaufte ihren Anteil an der P&O Princess Cruises, durch den sie bisher zumindest noch mittelbar am Seetours-Geschäft beteiligt war und nahm das A’Rosa-Geschäft für ihre Tochter Arkona zurück, aus der im Jahr 2009 schließlich die A-ROSA Flussschiff GmbH hervorgegangen ist. Die Carnival Corporation & plc entschied, den auf Deutschland ausgerichteten Kreuzfahrtbetrieb mit allen zugehörigen Schiffen und der Marke AIDA seiner italienischen Tochter Costa Crociere zu übertragen. Die A’Rosa Blu wurde daher vom 13. – 27. April bei Blohm + Voss Repair in Hamburg umgebaut und als AIDAblu. unter italienischer Flagge wieder in Dienst genommen. Sie sollte neben den anderen, deutlich kleineren AIDA-Schiffen auch dem Training der deutschsprachigen Crew dienen, um die Neubauten der Sphinx-Klasse in ähnlicher Größe übernehmen zu können, die man für den Ausbau der Marke AIDA Cruises bereits bestellt hatte. Nachdem „Sphinx I“ im Frühjahr 2007 als AIDAdiva auf Fahrt ging, entschied der Mutterkonzern Carnival Corporation & plc die AIDAblu abzuziehen.
Das Schiff unterstützte fortan die Marke Ocean Village, mit der man unter dem Slogan „the Cruise for people who don’t do cruises“ das deutsche Erfolgskonzept eines ungezwungenen Cluburlaubs auf See auf den britischen Markt übertragen wollte. Nach einem weiteren Umbau auf der Lloyd Werft erhielt das Schiff am 24. April 2007 von den Models Jemma und Jodie Kidd den Namen Ocean Village Two und ging nach Eintrag in das britische Flaggenregister im Sommer auf Fahrt ins Mittelmeer und in den Wintermonaten in die Karibik.
Am 30. Oktober 2008 gab dieCarnival Corporation & plc jedoch überraschend bekannt, dass sie die Marke Ocean Village nicht weiter betrieben werde. Die beiden Ocean Village Schiffe wurden an P&O Cruises Australia übertragen. Aus der Ocean Village Two wurde im Dezember 2009 die Pacific Jewel mit neuer Heimat in Brisbane. Dort stand auch bereits die im Jahr 1991 unter Baunummer 5840 fertiggestellte baugleiche Schwester im Dienst, die Pacific Dawn.
Die Ocean Village, ex-Sitmar FairMajesty folgte Ende 2010 als Pacific Pearl und ihre Übertragung nach Australien brachte schließlich doch noch sämtliche ehemaligen Sitmar-Neubauten in einer Flotte zusammen.
Am 27. August 2010 wurden einige Szenen für die australische Fernsehserie Nachbarn (Originaltitel: Neighbours) an Bord gedreht. Ein etwa sechzigköpfiges Drehteam um die Seriendarsteller Ryan Moloney und Eve Morey filmte am Gang und in der Zirkusarena auf den oberen Decks. Zahlreiche Besatzungsmitglieder wirkten im Rahmen der Bordunterhaltung an den Szenen mit. Die dabei entstandene Folge der Serie um eine Kreuzfahrt ging noch im Herbst des gleichen Jahres im Vorabendprogramm in Australien und Neuseeland auf Sendung.
AIDAcara | AIDAvita | AIDAaura – Sphinx-Klasse: AIDAdiva | AIDAbella | AIDAluna | AIDAblu (II) | AIDAsol | AIDAmar | AIDAstella – Hyperion-Klasse: AIDAprima
AIDAblu (I)

Weingartener Moor

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area
Beginn des Rundweges am Weingartener Moor
Das Weingartener Moor (offiziell NSG Weingartener Moor-Bruchwald Grötzingen) ist ein Naturschutzgebiet im Land- und Stadtkreis Karlsruhe. Bei dem Moor handelt es sich um ein Niedermoor mit offenen Wasserflächen.

Nachdem die Flüsse Kinzig und Murg vor rund 7.000 Jahren in den Rhein durchgebrochen waren, versumpfte das frühere Flussbett und es bildeten sich Moorgebiete, darunter auch das Weingartener Moor. Das Moor hat teilweise einen sehr hohen Grundwasserspiegel. Es wurde am 11. Oktober 1940 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, da das Gebiet durch Torfabbau gefährdet war. Der umliegende Bruchwald sowie ein Teil des Grötzinger Baggersees folgten am 27. Juli 1984.
Das rund 256 Hektar große Naturschutzgebiet liegt zwischen Weingarten und Grötzingen und ist das größte heute noch existierende Niedermoor in der östlichen Randsenke des Oberrhein-Tieflandes. Es befindet sich in der Kinzig-Murg-Rinne westlich der Bundesstraße 3. 149 Hektar des Schutzgebiets liegen auf Karlsruher Gemarkung, der Rest gehört zu Weingarten. Von der naturräumlichen Zuordnung her gehört das Schutzgebiet zur naturräumlichen Einheit 223 – Hardtebenen innerhalb der Haupteinheit 22 – Nördliches Oberrheintiefland.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung von Resten eines Niedermoors mit größeren Seggen- und Schilfbeständen und des umliegenden Bruchwaldes mit Ausprägung des Hainbuchenwaldes, des Erlen- Eschenwaldes und des reinen Erlenbruches sowie der nordöstlichen Hälfte des Grötzinger Baggersees mit seinen naturnahen Uferbereichen als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Amphibien-, Insekten- und Vogelarten.
Im Moor leben zahlreiche gefährdete Amphibien-, Insekten- und Vogelarten. Durch die östlich gelegene B3 wurden in der Vergangenheit bei der Amphibienwanderung viele Tiere überfahren; heute wurde unter der Straße ein Amphibientunnel eingerichtet.
Holzplanken auf den Wegen durch das Weingartener Moor
Aussichtsplattform am See im Weingartener Moor
See im Weingartener Moor
Der Bruchwald besteht aus Schwarzerlen-Bruchwald, Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald, Waldziest-Hainbuchen-Stieleichen-Wald und Hainbuchen-Stieleichenwald.
Albtal und Seitentäler | Allmendäcker | Altrhein Kleiner Bodensee | Altrhein Neuburgweier | Altrhein-Königsee | Apfelberg | Beim Reutwald | Beim Roten Kreuz | Bruch bei Stettfeld | Erlich | Federbachbruch zwischen Muggensturm und Malsch | Gewann Frankreich-Wiesental | Glasbächle, Krebsbächle und Farlickwiesen | Greifenberg | Im oberen Haubruch | Kaiserberg | Kälberklamm und Hasenklamm | Kleiner Kraichbach | Kohlbachtal und angrenzende Gebiete | Kohlplattenschlag | Kraichbach- und Weiherbachaue | Kraichbachniederung | Lehmgrube am Heulenberg | Malscher Aue | Michaelsberg und Habichtsbuckel | Mistwiesen | Oberbruchwiesen | Östringer Erlenwald | Rheinniederung zwischen Au am Rhein, Durmersheim und Rheinstetten | Ritterbruch | Rotenberg (Naturschutzgebiet)Rotenberg | Rußheimer Altrhein-Elisabethenwört | Sandgrube im Dreispitz-Mörsch | Seelachwiesen | Tongrube Gochsheim | Ungeheuerklamm | Wagbachniederung | Weingartener Moor-Bruchwald Grötzingen | Wilhelmsäcker | Zwölf Morgen
Alter Flugplatz Karlsruhe | Altrhein Kleiner Bodensee | Altrhein Maxau | Burgau | Erlachsee | Fritschlach | Kälberklamm und Hasenklamm | Weingartener Moor-Bruchwald Grötzingen

Münzfernsprecher

Ein Münzfernsprecher (Abkürzung der Deutschen Bundespost: MünzFw) – auch Münztelefon oder kurz Münzer genannt – ist ein Telefonapparat, der es nach Einwurf von Münzgeld ermöglicht, eine Telefonverbindung herzustellen.

In Deutschland sind zwei unterschiedliche Arten von Münzern gebräuchlich:
Notrufnummern (110, 112) und freeCall-Rufnummern (0800) können bei allen öffentlichen Münzfernsprechern auch ohne Münzeinwurf erreicht werden.
Telefonate über Call-by-Call Vorwahlen anderer Anbieter sind im Regelfall nicht möglich.
Münzfernsprecher sind überwiegend in Telefonhäuschen (TelH) oder Telefonhauben (TelHb) eingebaut. Außerdem können Münzfernsprecher an so genannten Medienträgersystemen (MTS) oder mit Hilfe eines Wandbefestigungsrahmens beziehungsweise einer Adapterplatte an eine Wand montiert werden.
Einige Geräte gibt es als Tischmodell oder kombiniertes Tisch/Wandmodell. Der historische Teilnehmer-Münzfernsprecher 55b (Tln Mü 55b) ist ein Beispiel für ein Tischmodell. Dieser befand sich überwiegend in Gaststätten, Hotels und ähnlichen Einrichtungen, teils auf dem Tresen oder auch in Fernsprechkabinen und wurde umgangssprachlich auch als „Groschengrab“ bezeichnet.
Öffentliche Münzfernsprecher gibt es nur als Wandgeräte.
Die Entwicklung ging vom mechanischen, über den elektromechanischen, teilelektronischen bis zum heutigen elektronischen Münzfernsprecher.
Über einen Zeitraum von mehr als 35 Jahren (ungefähr 1928 bis 1965) wurde der Münzfernsprecher 28 eingesetzt. Dieser Münzfernsprecher war sowohl für selbstgewählte Ortsgespräche als auch für handvermittelte Ferngespräche verwendbar. Es konnten in 4 verschiedene Einwurfschlitze 1 DM-, 50 Pf-, 10 Pf- und 5 Pf-Münzen eingeworfen werden. Bei einem Ortsgespräch, das zeitunabhängig 20 Pf kostete, konnte nach Einwurf von zwei 10 Pf-Münzen die Rufnummer des Teilnehmers im gleichen Ortsnetz gewählt werden. Bei einem Ferngespräch wurde zuerst das Fernamt angerufen. Die vermittelnde Person nahm den Verbindungswunsch auf, fragte, wie lang das Gespräch mindestens dauern wird und nannte die Kosten des Gesprächs (z.B. 95 Pf für ein 3-Minuten-Gespräch über eine Entfernung von 60 km).
Der Anrufende wurde gefragt, in welcher Stückelung und Reihenfolge er die Münzen einwerfen wird. Am Ende des jeweiligen Münzkanals trafen die Münzen auf Klangstäbe. Die vermittelnde Person konnte somit hören, welche Münzen in welcher Anzahl eingeworfen wurden. Die vermittelnde Person hatte in der Zwischenzeit die Verbindung mit Verbindungsschnüren aufgebaut (unter Umständen waren je nach Entfernung weitere Personen daran beteiligt). Der Anrufer wurde aufgefordert, den Zahlknopf zu drücken, wonach die Münzen kassiert wurden. Die Verbindung wurde dann durchgeschaltet. Gegen Ende des Gespräches, wurde der Anrufer gefragt, ob er das Gespräch fortführen will. Gegebenenfalls wurde er aufgefordert, weitere Münzen einzuwerfen.
Mit der Einführung des Selbstwählferndienstes und des Fernwahlmünzfernsprecher (MünzFw) zwischen ca. 1956 bis 1965 in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte die Ablösung des Münzfernsprechers 28.
Der Fernwahlmünzfernsprecher (MünzFw) erlaubte auch Ferngespräche im „Selbstwählferndienst“ und war in der Lage, abhängig vom Preis der Fernverbindung und der Dauer des Gespräches fortlaufend Münzen zu kassieren. Bei den Münzer-Modellen MünzFw 56, 63 und 57 der Deutschen Bundespost konnte der „Sprechgast“ durch ein vorhandenes Sichtfenster sehen, wie die Reihe der eingeworfenen Münzen kürzer und kürzer wurde, und war dadurch in der Lage, rechtzeitig weitere Münzen nachzuwerfen. Diese Geräte hatten einen sehr komplexen, elektromechanischen Innenaufbau.
Das Münztelefon 23, 1992 bei der Deutschen Bundespost Telekom eingeführt, ist ein elektronisches softwaregesteuertes Münztelefon für analoge Anschlüsse. Es ist ausgestattet mit Münzprüfer, Münzspeicherwagen, und integriertem Einstell- Prüfprogramm. Es verfügt über eine Fernwartung, die mittels eines integrierten Modems Fehler (zum Beispiel Defekte an Baugruppen, fehlender Hörer), Betriebszustände (zum Beispiel volle Münzkassette) oder Aufbrüche (zum Beispiel Offenstehen der Kassettenanbautür, fehlende Münzkassette) selbstständig an ein Hintergrundsystem meldet, an das alle öffentlichen Münz- und Kartentelefone der Deutschen Telekom AG angeschaltet sind.
Das Münztelefon 23 besteht aus zwei Grundeinheiten, dem Geräteteil mit sämtlichen zum Betrieb notwendigen Baugruppen (BG) und dem unterhalb des Münztelefons befestigten Kassettenanbau mit der Münzkassette. Baugruppen sind:
Anstelle des Kassettenanbaus wird überwiegend auch die stärker gegen Aufbruch geschützte Version, der Münztresor, angebaut.
Kassettenanbauten und Münztresore gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, von älteren aus Stahl geschweißten Modellen, mit bohrgeschütztem Schloss, die weniger sicher sind, über Modelle mit Schlossschutz (Deckel beziehungsweise Verschraubungen, die sich vor dem eigentlichen Schloss befinden und dieses vor Manipulationen, Verstopfen und ähnlichem schützen), verstärkte Modelle aus speziellem bohrresistenten Stahl bis hin zu schweren gegossenen Tresoren die weitgehend aufbruchssicher sind.
Außer Telefonieren ist mit dem Münztelefon 23 bei vielen Standorten auch der Versand von SMS-Nachrichten möglich.
Alternativen zum reinen Münz- oder Kartengerät bieten Allpayment-Geräte, wie die „Telestation“ der Deutschen Telekom AG. Bei diesem Gerät handelt es sich um ein „Kombigerät“ welches Münzen, Telefonkarten (Chipkarten, sowie bei einigen aber nicht allen Geräten auch Geldkarten) und Kreditkarten annehmen kann. Auch dieses Modell wird zurzeit in unterschiedlichen Versionen (Langversion, Kurzversion, Wandversion) neu aufgebaut beziehungsweise als Ersatz für Telefonhäuschen eingesetzt. Die Telestation ist ein Gerät für ISDN-Anschlüsse.
Eine Weiterentwicklung der „Telestation“ ist das „BluePhone kompakt“. Das BluePhone ist ein Telefon für ISDN-Anschlüsse. Im Prinzip ist es eine stark verkürzte Telestation, ohne Fernkennzeichen (beleuchtetes Telekom Logo), welche zum Einbau in Telefonhäuschen vorgesehen ist. Das „BluePhone kompakt“ wird möglicherweise der Nachfolger des Münztelefon 23 werden, da die Produktion von Münztelefon-23-Komplettgeräten vom Hersteller eingestellt wurde. Der Hersteller der BluePhone Geräte ist die Firma IPM-PayPhone Systems GmbH.
Bei den „Telestationen“ und dem „BluePhone kompakt“, sind nur die Gehäuse (Stand- und Wandversionen) unterschiedlich, der eigentliche Geräteteil ist bei allen Modellen identisch und kann untereinander ausgetauscht werden. Dies erleichtert die Störungsbeseitigung und die Servicetechniker müssen weniger Ersatzteile mitführen. Dieses Geräteteil wird als „BluePhone“ bezeichnet. Das BluePhone ist eine Gerätetür an der alle zum Telefonieren benötigten Teile angebaut sind. Außen: Handapparat, Handapparataufhängung, Tastatur, Display, Münzeinwurf- und Kartenleserschlitz sowie die Rückgabeklappe des Münzrückgabebechers für nicht verbrauchte Münzen. Im Innern: Kartenleser, Münzprüfer, Münzspeicher, „Blue Face“ (ein Kasten der das eigentliche Telefonieren und das Kommunizieren mit dem Hintergrundsystem ermöglicht) mit diversen Schnittstellen und Anschlussbuchsen, an denen alle Baugruppen, der Handapparat und die Telefonleitung welche zum NTBA führt, angeschlossen werden.
Der Trend der letzten Jahre, Münztelefone durch Kartentelefone zu ersetzen oder komplett abzubauen, wird jetzt (Stand Juli 2006) bei der Deutschen Telekom wieder umgekehrt. Verstärkt werden wieder Münztelefone eingesetzt oder neu eingerichtet (wie das Allpayment-Gerät BluePhone kompakt), da der Umsatz an Kartengeräten rückläufig ist.

Heilig-Geist-Kirche (Menden)

Die Heilig-Geist-Kirche ist ein Kirchengebäude der evangelischen Kirchengemeinde in Menden (Sauerland). Sie liegt an der Kreuzung Bodelschwinghstraße/Bahnhofstraße/Walramstraße/Westwall am südwestlichen Rand der Altstadt.

Das Gebäude wurde von 1861 bis 1864 nach den Plänen des Architekten Heyden errichtet und im Jahre 1864 eingeweiht. Es steht seit dem 3. März 1983 unter Denkmalschutz. Es handelt sich dabei um eine neugotische Hallenkirche mit Westturm und Kleeblattchor. Von der zeitgenössischen Ausstattung blieb unter anderem der Orgelprospekt erhalten.
Die Heilig-Geist-Kirche ersetzte ihren schlichte Vorgängerin aus dem Jahre 1834, welche an der Ecke Bahnhofstraße zum Südwall gegenüber der Stadtmühle lag.
Die Inschrift der am Kirchengebäude befestigten Denkmalplatte lautet:
EV. HEILIG-GEIST-KIRCHE, ALS NEUGOTISCHE HALLENKIRCHE 1861-1864 NACH PLÄNEN DES ARCHITEK- TEN HEYDEN ERRICHTET. NACHFOLGER EINER KLEINEN EV. KIRCHE VON 1834, DIE AN DER ECKE DER BAHNHOFSTRASSE UND DES SÜDWALLS, GEGENÜBER DER STADTMÜHLE LAG.
Die Orgel der Heilig-Geist-Kirche wurde 1993 durch den Orgelbauer Richard Rensch (Lauffen/N.) erbaut. Das Orgelgehäuse stammt aus dem Jahre 1862. In dem heutigen Instrument fanden einige Register der Vorgängerorgel aus dem Jahr 1930 Wiederverwendung, die von der Orgelbaufirma E.F. Walcker & Cie. (Ludwigsburg) erbaut worden war. Das Schleifladeninstrument hat 30 Register auf zwei Manualen und Pedal. Zusätzlich hat die Orgel ein weiteres Manual (II. Manual), das mit dem Schwellwerk fest gekoppelt ist, und durch die Manualkoppel I/II zum Koppelmanual wird. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.
Nach dem Verlust des alten Bronzegeläutes im 1. Weltkrieg wurden 1918 vier Glocken aus Eisenhartguss bei der Gießerei der Gebrüder Ulrich gegossen. Die Glocken sind gestimmt auf die Töne es‘, f‘, g‘ und b‘ und trotz des minderwertigen Materials recht klangvoll. Zum sonntäglichen Gottesdienst läuten erst die Glocken II und III, anschließend das volle Geläut.

Unicodeblock Altgriechische Zahlzeichen

Der Unicodeblock Altgriechische Zahlzeichen (Ancient Greek Numbers, U+10140 bis U+1018F) enthält größtenteils griechische akrophonische Ziffern aus Attika, Heraeum, Thespiai, Hermione, Epidauros, Kyrene, Troizen, Messene, Karystos, Naxos, Delphi und Stratos sowie papyrologische Ziffern.

Alle Zeichen haben die bidirektionale Klasse „Anderes neutrales Zeichen“.
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Gaststättenrecht

Der Begriff Gaststättenrecht leitet sich daraus ab, dass in den meisten Bundesländern der Betrieb einer Gaststätte eine besondere Erlaubnis erfordert oder durch Gesetze und Verordnungen besondere Überwachungsregeln erlassen sind. Es handelt sich also regelmäßig um zusätzliche Sondervorschriften im Rahmen des übergeordnet geltenden Gewerberechts (lex specialis).
Darüber hinaus können unter diesem Begriff alle Vorschriften auch aus weiteren Rechtsgebieten zusammengefasst werden, die der Betreiber einer Gaststätte über die allgemeinen gewerberechtlichen Regelungen hinaus für sein spezielles Gewerbe zu beachten hat. Für Beherbergungsbetriebe gilt meistens das Gaststättenrecht gleichermaßen, besonders soweit sie eigene, öffentliche Gastronomie betreiben, allerdings kann es zum Umstand der Beherbergung selbst noch spezielle Rechtsvorschriften geben. Die Summe dieser Vorschriften ließe sich unter den Begriff Gastronomierecht zusammenführen, der aber nicht gebräuchlich ist.

Im Zuge der Föderalismusreform 2006 wurde in Deutschland den Bundesländern die Gesetzgebungskompetenz für das Gaststättenrecht übertragen. Das geltende Gaststättengesetz des Bundes behält seine Gültigkeit, soweit die Länder nicht durch Erlass eigener Gaststättengesetze von ihren Kompetenzen Gebrauch machen. Bisher haben die Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland eigene Gaststättengesetze als Landesrecht erlassen. Die anderen Länder haben das bisherige Gaststättengesetz des Bundes beibehalten und regeln wie bereits zuvor dessen Vollzug durch eigene Gaststättenverordnungen.
Inhaltlich ändert der Übergang vom Bundes- in das Landesrecht nichts an der grundsätzlichen Ausgestaltung. Unterschiede bestehen insbesondere in verschiedenen Regelungen des Nichtraucherschutzes, der meist in weiteren Landesgesetzen außerhalb des GaststättenG mit entsprechenden Rauchverboten geregelt wird.
Die Gaststättengesetze regeln insbesondere die Voraussetzungen für die Erteilung und den Widerruf einer Gaststättenerlaubnis (Konzession), den Umfang der Erlaubnis, die Auflagen und die Versagungsgründe. In den zugeordneten Gaststättenverordnungen ist das Erlaubnisverfahren mit den jeweiligen Anzeigepflichten und benötigten Nachweisen geregelt.
Hinweis: Der folgende Abschnitt hat nur Gültigkeit in Bundesländern, die keine landesrechtliche Regelung erlassen haben.
In Deutschland wird eine eigene Gaststättenerlaubnis über die Gewerbeanmeldung hinaus nur dann verlangt, wenn alkoholische Getränke zum Ausschank kommen sollen. Auch hier greifen teilweise Sonderregelungen. Die Erlaubnis zielt auf den Gastwirt persönlich. Soweit er sich in der Geschäftsführung vertreten lassen will, muss eine eigene Stellvertreter-Erlaubnis beantragt werden. Bei Übernahme eines bestehenden Betriebs wird meist eine vorläufige Erlaubnis (z. B. § 11 GastG) erteilt und die nachfolgende Konzessionserteilung durchläuft nicht mehr unbedingt die auch baurechtlichen Prüfungen einer Neukonzession.
Grundvoraussetzungen einer Erlaubniserteilung sind in der Regel die Vorlage eines Führungszeugnisses, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts sowie die Ableistung einer gaststätten- und lebensmittelrechtlichen Unterweisung, welche die Industrie- und Handelskammern durchführen.
Über die allgemeine Zuverlässigkeitsanforderungen des Gewerberechts hinaus stellt das GastG noch besondere fachspezifische Anforderungen: Unzuverlässig nach § 4 GastG ist zum Beispiel, wer „dem Trunke ergeben ist“ oder befürchten lässt, „dem Alkoholmissbrauch, der Hehlerei oder dem verbotenen Glücksspiel Vorschub zu leisten“. Im Fall nachgewiesener oder zu erwartender Unzuverlässigkeit ist die Gaststättenerlaubnis zu verweigern oder auch nachträglich wieder zu entziehen.
Dieses im Gaststättenrecht explizit aufgeführte Erfordernis bedeutet für den Gastwirt eine ständige und besondere Bedrohung seiner Geschäftsgrundlage. Der Begriff der Unzuverlässigkeit ist nämlich gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Während Steuerrückstände, Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen oder Verurteilungen wegen einschlägiger Straftaten eindeutig die Vermutung der Unzuverlässigkeit belegen, könnten im Gastgewerbe auch die Häufung einfacher, betriebsbezogener Ordnungswidrigkeiten (Lärmbelästigung, Nichtraucherschutz) oder Unaufmerksamkeit bezüglich des Alkoholmissbrauchs einzelner Gäste zur Konstruktion einer solchen Vermutung herangezogen werden.
Unabhängig davon, ob ein gastronomischer Betrieb erlaubnispflichtig ist, gelten für ihn dennoch eine Vielzahl von Vorschriften aus weiteren Rechtsgebieten, die dort geregelt sind, selbst wenn sie sich speziell auf die Gastronomie beziehen. Von der Herkunft her kann das europäische Recht (Europarecht) Rechtsfolgen ebenso auslösen wie kommunale Satzungen beispielsweise zur Abfallentsorgung. Insoweit umfasst der Begriff Gaststättenrecht ein sehr weites und unübersichtliches Feld, das sich ständig wandelt und höchstens in nicht abschließende Kategorien gruppiert werden kann. In jedem Fall empfiehlt sich im Zweifel ein Bezug zur örtlichen Gewerbeaufsichtsbehörde und IHK.
Im Lebensmittelrecht ist eine Vielzahl von Vorschriften verankert, die zunächst den Verbraucher vor Täuschung bewahren sollen. Dies betrifft besonders Form und Inhalt der Speisekarten, mit der in der das Angebot öffentlich gemacht wird. Daneben sind zur Gefahrenabwehr Regelungen über den Umgang mit Lebensmitteln und deren Verarbeitung getroffen, deren umfangreiche und jederzeitige Überwachung der Gastronom nach § 42 LFGB zu dulden hat. Diese obliegt der Lebensmittelüberwachung, ersatzweise auch der Polizei oder anderer Behörden.
Mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung wird hier den Betrieben eine umfassende Eigenverantwortung im Rahmen des HACCP-Konzepts zugeordnet, die europaweit durch die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 geregelt ist. Der gesamte Bereich betrieblicher Hygiene, des Lebensmittelverkehrs, der Lagerung und Verarbeitung sowie der Abfallentsorgung ist im Rahmen angemessener Eigenkontrollen dauerhaft zu überwachen und vor allem nachvollziehbar zu dokumentieren. Insbesondere ist die Rückverfolgung aller verwendeten Lebensmittel zum jeweiligen Lieferanten jederzeit zu gewährleisten.
Die Einhaltung und Dokumentation dieser Hygienestandards, die Durchführung von Personalbelehrungen sowie die korrekte Umsetzung allgemeiner gewerberechtlicher Vorschriften wird von der Gewerbeaufsicht unangemeldet kontrolliert. Sämtliche zur Nachvollziehbarkeit nötigen Geschäftsunterlagen wie Lieferscheine sowie die Dokumentation der Eigenkontrolle müssen zur jederzeitigen Einsichtnahme bereitgehalten werden. Die Häufigkeit dieser Kontrollen richtet sich in Deutschland nach der Einschätzung der Gefährdungslage, durchschnittlich finden sie einmal jährlich statt. Im Sinne eines erweiterten Verbraucherschutzes wird hier zunehmend eine Veröffentlichung solcher Kontrollergebnisse gefordert.
Das Jugendschutzgesetz regelt Abgabeverbote für Alkohol und Tabakerzeugnisse an Jugendliche. Ferner enthält es alters- und betriebsstättenbezogene Aufenthaltsverbote für verschiedene Altersgruppen, für deren Einhaltung und Überwachung der Betriebsleiter verantwortlich ist. Das Vorhandensein öffentlich zugänglicher Glücksspielautomaten kann zu weiterer Kontrollverpflichtung führen. Weiter besteht die Verpflichtung, eine aktuelle Fassung des JuSchG im Lokal auszuhängen, wobei die öffentlich und kostenlos verfügbare Textform genügt (§ 3 JuSchG).
Das Jugendarbeitsschutzgesetz enthält allgemeine Schutzvorschriften zur Beschäftigung von Jugendlichen, desgleichen das Ausbildungsrecht.
Die bauliche Beschaffenheit des Betriebs ist im Bereich der Gastronomie besonderen Vorschriften unterworfen, während die allgemeinen Anforderungen an Gewerbebetriebe weiter bestehen. Oft existieren separate Gaststättenbauverordnungen. Die Vorschriften insgesamt können sich örtlich unterscheiden, betreffen aber immer Umfang und Ausstattung bereitzustellender Toilettenanlagen, Immissionsschutzmaßnahmen (hauptsächlich Lärm, Belüftung und Dunstabzug), Feuerschutzanlagen und deren Wartung, Rettungswege und deren Instandhaltung, Bereitstellung von Parkplätzen und die Installation von Werbeanlagen. Hinzu kommt die evtl. Sondernutzung öffentlicher Flächen für die Außengastronomie.
Die grundsätzlichen Erfordernisse werden meistens bei der Neuanlage einer Gaststätte geprüft und genießen nach Genehmigung einen gewissen Bestandsschutz. Der Erhalt der erforderlichen Betriebsbereitschaft vorgeschriebener Anlagen dagegen obliegt dem Betreiber und wird regelmäßig geprüft.
Das Infektionsschutzgesetz regelt in § 42, § 43 IfSG Beschäftigungsverbote für Küchenpersonale, aber auch alle weiteren Personen, die mit „Lebensmitteln (…) in Berührung kommen“, soweit sie unter bestimmten ansteckenden Krankheiten leiden. Im Zweifel betreffen diese Vorschriften also alle Mitarbeiter, die Kundenkontakt haben. Dieser Personenkreis muss vor der Anstellung eine entsprechende Belehrung des Gesundheitsamtes oder eines befugten Arztes nachweisen können. Diese hat der Arbeitgeber jährlich zu erneuern und schriftlich zu dokumentieren. Die vor der Einführung des IfSG 2001 üblichen Gesundheitszeugnisse gelten unbeschränkt weiter (§ 77 IfSG).
Die ausländerrechtlichen Bestimmungen speziell im Arbeitsrecht werden in der Gastronomie besonders streng überwacht. Es existieren aber zahlreiche Sonderregelungen zur Arbeitserlaubnis für Saisonfachkräfte und Spezialitätenköche.
Betreffend der Wiedergabe von Musik-, Fernseh- oder Videodarbietungen sind die Bestimmungen des Urheberrechts und Rundfunkstaatsvertrags zu beachten. Besonders die GEMA und der Beitragsservice halten hier ein besonderes Augenmerk auf die Gastronomie. Eine Ton- und Bildwiedergabe im Rahmen besonderer Veranstaltungen kann auch kostenpflichtig sein, wenn sie in geschlossenen Gesellschaften erfolgt. Erstattungs- und beweispflichtig gegenüber den Verwertungsgesellschaften ist jedenfalls immer neben dem Veranstalter auch der Betreiber selbst.
Die allgemeinen Vorschriften betreffend Arbeitsschutz und Betriebsverfassung sind zu beachten, wegen der besonderen Arbeitszeitverhältnisse existieren aber diverse Ausnahmeregelungen. Die breit gefächerten, allgemeinen Aushang- und Informationsverpflichtungen gegenüber der Belegschaft führen hier aber wegen der hohen Kontrolldichte immer wieder zu Beanstandungen.
Ob der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer wegen der hier bestehenden, alleinigen Gesetzgebungskompetenz zu bundeseinheitlichen Rauchverboten in der Gastronomie führen kann oder wird, ist derzeit offen.
Die früher zum Schutz der Nachtruhe geltende allgemeine Sperrzeit ist mittlerweile in den meisten Bundesländern zugunsten einer verbleibenden Putzstunde zwischen 05:00 und 06:00 morgens aufgehoben worden. Umgekehrt zum früheren Verfahren, bei dem der Betreiber Ausnahmeregelungen beantragen musste, kann diese Freiheit aber durch die örtlichen Behörden aus Gründen des Lärmschutzes dauerhaft eingeschränkt werden.
Betreiber einer Gaststätte mussten bis März 2009 zudem Vor- und Familiennamen des Inhabers oder Pächters durch ein gut lesbares Schild an der Eingangstüre bekannt machen, § 15a GewO a.F.
Das deutsche Gaststättenrecht findet in der Schweiz in den Gastgewerbegesetzen der Kantone sein Pendant, in deren Kompetenzbereich das Restaurationswesen liegt.

Benno Vigny

Benno Vigny (* 28. Oktober 1889 in Commercy; † 31. Oktober 1965 in München) war ein deutsch-französischer Schriftsteller und Drehbuchautor.

Vigny wuchs in Wien auf und gelangte in den 1920er Jahren nach Berlin. Dort begann er in Zusammenarbeit mit Kollegen als Drehbuchautor zu arbeiten, besonders für deutsch-britische Co-Produktionen.
1927 erschien sein Roman Amy Jolly, die Frau aus Marrakesch, dessen Verfilmung unter dem Titel Marokko 1930 in den USA Marlene Dietrichs Hollywoodkarriere begründete. Ein weiterer von ihm 1927 veröffentlichter Roman hatte den Titel Nell John. Der Roman einer Verjüngten.
Zu Beginn der 1930er Jahre ging Vigny nach Paris und schrieb dort, wiederum in Zusammenarbeit mit Autorenkollegen, für internationale Co-Produktionen. Der wenig bekannte Film Bariole blieb seine einzige eigene Inszenierung.
Danach fand Vigny als Drehbuchautor nur noch gelegentlich Anschluss an das Filmgeschehen. Mit dem Co-Drehbuch zu Der Verlorene, der ambitionierten, aber vom Publikum wenig beachteten Erstlingsinszenierung von Peter Lorre, war er das letzte Mal an einem Film beteiligt. Seinen Lebensabend verbrachte er in München.

Thomas Herbst (Fußballspieler)


Thomas Herbst (* 5. Oktober 1962 in Berlin) ist ein deutscher ehemaliger Fußballspieler und gegenwärtiger Trainer.

Herbst gehörte als 19-Jähriger in der Saison 1981/82 dem Kader des Bundesligisten FC Bayern München an. Seine beiden einzigen Spiele bestritt er am 21. und 29. Mai 1982 (33./34. Spieltag) – Gesamtspielzeit: 35 Minuten – beim 3:2-Heimsieg über Arminia Bielefeld (ab der 61. Minute für Karl Del’Haye) und bei der 1:3-Niederlage beim VfL Bochum (ab der 84. Minute für Dieter Hoeneß).
In der darauf folgenden Saison – inzwischen spielberechtigt für Eintracht Braunschweig – kam er zu 17 Einsätzen und auch zu drei Toren. Am 22. März 1983 (24. Spieltag) erzielte seine Mannschaft beim FC Schalke 04 ein 3:3-Unentschieden, wobei er gleich zwei Tore beisteuerte.
Von 1983 bis 1988 – unterbrochen vom einjährigen Intermezzo beim SV Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga 1986/87 – spielte er 65 Mal für Borussia Mönchengladbach. Für die Borussen spielte Herbst auch sechsmal im DFB- und neunmal im UEFA-Pokal-Wettbewerb; im internationalen Wettbewerb gelangen ihm drei Tore.
1995 bis 1999 war er bei Hertha Zehlendorf. Zunächst bis 1997 als Spieler aktiv, wechselte er zur Spielzeit 1997/98 auf die Trainerbank des Regionalligisten – und stieg in die Oberliga ab. In der darauffolgenden Saison stand er wieder gelegentlich auf dem Platz als Spieler und wirkte als Spielertrainer. Die Saison 1998/99 wurde mit dem 9. Tabellenplatz abgeschlossen. Danach verließ er den Verein.
Noch keine 17 Jahre alt, debütierte Herbst am 9. Mai 1979 in Trossingen beim 1:0-Sieg der B1-Junioren-Auswahl (U-16) über die Schweiz. Beim 5. Nordlandturnier in Schweden spielte er am 8. und 9. August 1979 (1:0 gegen Finnland und 2:2 gegen Norwegen) nochmals für diese Auswahl. Vom 4. September 1980 (3:5 gegen Ungarn; in Poreč) bis zum 3. Juni 1981 (1:0 gegen Polen; in Düsseldorf) bestritt er 16 Spiele für die A-Junioren-Auswahl (U-18), erzielte mit acht Treffern eine ausgezeichnete Torquote und krönte sich in seinem letzten Spiel in dieser Auswahlmannschaft zum Junioren-Europameister. Bei der zum dritten Mal ausgetragenen Junioren-Weltmeisterschaft 1981 in Sydney bestritt er vom 3. bis 18. Oktober alle sechs Spiele und gewann im letzten Spiel in der U-19-Nationalmannschaft, dem Endspiel (4:0 gegen den Katar), den Titel des Junioren-Weltmeisters. Für die U-21-Nationalmannschaft bestritt er sechs Spiele; erstmals am 29. März 1983 in Shkodra beim 1:1-Unentschieden gegen Albanien im Rahmen der EM-Qualifikation. Seine beiden Länderspieltore erzielte er am 26. April bzw. 10. Juni beim 1:1-Unentschieden gegen Österreich bzw. beim 2:2-Unentschieden gegen Brasilien. Sein letztes Spiel im Nationaltrikot absolvierte er am 12. Juni 1983 in Toulon beim torlosen Remis gegen Frankreich.
Nach seinen ersten Trainertätigkeiten bei Hertha 03 Zehlendorf, Türkiyemspor Berlin und Berlin Ankaraspor Kulübü 07 betreute Herbst von 2008 bis 2010 Tennis Borussia Berlin. Seit 2010 trainierte er die Mannschaft des zweimaligen Deutschen Meisters BFC Viktoria 1889, mit der er gleich im ersten Jahr Berliner Meister wurde und in die fünftklassige Oberliga Nordost aufstieg. Am Saisonende 2012/13 führte er die Mannschaft zur Meisterschaft und damit zum Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Der Verein tritt ab dem 1. Juli 2013 fusionsbedingt unter dem Namen FC Viktoria 1889 Berlin an. In der ersten Saison nach dem Aufstieg erreichte seine Mannschaft einen respektablen 8. Platz. In der darauffolgenden Spielzeit lief es deutlich schlechter, so dass Thomas Herbst als Tabellenvorletzter am 6. November 2014 mit sofortiger Wirkung von seinen Tätigkeiten entbunden wurde.