Gehrden (Brakel)

51.6561111111119.1213888888889168Koordinaten: 51° 39′ 22″ N, 9° 7′ 17″ O
Lage von Gehrden in Brakel
Die Titularstadt Gehrden ist eine Ortschaft der Stadt Brakel im Kreis Höxter (Nordrhein-Westfalen).

Gehrden liegt 26 km Luftlinie südöstlich Paderborns und 10 km Luftlinie südlich der Kernstadt Brakel in dem zum Oberen Weserbergland gehörenden Oberwälder Land östlich des Eggekamms 170–180 m über dem Meer in geräumiger, windgeschützter und fruchtbarer lößbedeckter Mulde der Öse inmitten eines hügelig bewegten, auf den Kuppenhöhen bewaldeten Bauernlandes. Östlich des Ortes durchfließt die Nethe die Gehrdener Flur, parallel verläuft die Ostwestfalenstraße.
Die Nachbarorte von Gehrden sind:
Städte in der Nähe: Brakel ca. 10 km, Bad Driburg ca. 14 km, Borgentreich circa 16 km, Warburg ca. 20 km, Höxter ca. 30 km,
Der Ort wurde 868 erstmals als „Nortgardinum et Suithgardinum“ erwähnt und bestand damals aus den beiden Siedlungen Nordgehrden und Südgehrden, heute wüst, die schon zu Pfarreien erhoben und dem benachbarten Stift Heerse zehntpflichtig waren. Das 1134 von der Kirche zu Heerse in Iburg bei Driburg gegründete Benediktinerinnenkloster wurde ca. 1136 vom Paderborner Bischof Bernhard nach Gehrden verlegt; nach einer anderen Urkunde geschah die Verlegung erst 1142. Fortan werden die umliegenden Dörfer und Höfe im Schutz der mächtigen Klostermauern umgesiedelt.
Aus der Zeit um 1200 stammt die Tür mit reichem Eisenbeschlag im Nordportal der Kirche. Die 1180 fertiggestellte romanische Klosterkirche ist das einzige noch erhaltene Gebäude dieser Zeit, da die Klostergebäude im 17. Jahrhundert durch modernere Bauten ersetzt wurden. Die Kirche ist eine der wenigen Kreuzkirchen Deutschlands und in ihrem Turm läutet eines der ältesten Stiftsgeläute Westfalens.
1319 erhielt Gehrden Stadtrechte. Die Stadtsiedlung lehnte sich an die Nordseite des Klosters an, der Hauptstraßenzug verlief in west-östlicher Richtung. Außer einigen Spuren war von der Stadtbefestigung bereits 1803 nichts mehr vorhanden.
1456 war Gehrden Versammlungsort der Paderborner Landstände.
Bis zur Auflösung des Fürstbistums Paderborn unterstand die Stadt der Gerichtsbarkeit des Rentamts Dringenberg im Oberamt Dringenberg.
1810 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst und von Graf Bocholtz-Asseburg zu Niesen, der Zeremonienmeister von Jérôme Bonaparte. Er ließ das Kloster teilweise abreißen und baute es zu einem Schloss aus. Das Gebäude wechselte daraufhin mehrmals den Besitzer und war ab 1965 lange Jahre im Besitz des Familienerholungswerks des Erzbistums Paderborn. Heute beherbergt es ein Hotel.
Napoleon bildete 1807 das Königreich Westfalen und teilte es in Departments ein. Die Hauptstadt wurde Kassel. Gehrden erhielt einen Canton-Mairie (Kantonsbürgermeister). Der Kanton umfasste neben der Stadt Gehrden die Dörfer Siddessen, Frohnhausen, Auenhausen, Hampenhausen, Massenhausen, Schmechten, Rheder, Natingen, Niesen und Fölsen. Mit der Gründung des Kreises Warburg 1816 wurde Gehrden Verwaltungssitz des Amtes Gehrden, das 1856 mit dem Amt Dringenberg zum Amt Dringenberg-Gehrden vereinigt wurde.
1832 wurde das Dekanat Gehrden eingerichtet, das bis 1976 bestand. Mit Auflösung des Kreises Warburg und des Amtes Dringenberg-Gehrden durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurde Gehrden in die Stadt Brakel eingegliedert. Gehrden behielt den Status einer Titularstadt.
Gehrden hat 939 Einwohner (Stand Dezember 2015).
Gehrden ist ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Dennoch haben sich im Gewerbegebiet östlich von Gehrden einige handwerkliche Betriebe niedergelassen.
Das Feriendorf und das Schloss in Gehrden machen im gesamten Stadtgebiet Brakel die Mehrheit der Übernachtungen aus. Seit 2006 ist Gehrden zudem ein staatlich anerkannter Erholungsort. Das Familienerholungswerk im Schloss hat 2011 Insolvenzantrag gestellt
Auenhausen-Frohnhausen-Hampenhausen | Beller | Bellersen | Bökendorf | Brakel | Erkeln | Gehrden | Hembsen | Istrup | Rheder | Riesel | Schmechten | Siddessen

Per-René Seeger

Per-René Seeger (* 29. November 1955 in Bad Bibra) ist ein ehemaliger Abgeordneter der Volkskammer der DDR und des Deutschen Bundestags (DBD und SPD).
Seeger besuchte bis 1972 die Polytechnische Oberschule in Saubach. Anschließend absolvierte er eine Lehre als Facharbeiter für automatisierte Produktionssysteme. 1980 wurde er Meister für Bindemittelproduktion und 1986 Meister der Pflanzenproduktion. 1990 genoss er eine Ausbildung zum Wirtschaftskaufmann.
Von 1972 bis 1981 war er im VEB Zementwerk Karsdorf tätig und von 1982 bis 1988 im VEG Memleben. Von 1988 bis 1989 war er Mitarbeiter Wissenschaft und Technik im VEB Landtechnische Instandsetzung Laucha und von 1989 bis 1990 Fachdirektor für Rationalisierung und Betriebsorganisation in der HO Querfurt.
Per-René Seeger war seit 1982 Mitglied der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD). 1988 wurde er Präses der Kreissynode im Kirchenkreis Freyburg (Unstrut). Im März 1990 wurde er im Wahlkreis Halle für die DBD in die Volkskammer gewählt. Dort war er bis August 1990 Parlamentarischer Geschäftsführer der DBD/DFD-Fraktion. Im Zuge der Auflösung der DBD im August 1990 schloss sich Per-René Seeger am 1. September 1990 der SPD-Fraktion an. Im Oktober 1990 gehörte er zu den 144 Abgeordneten, die von der Volkskammer in den Bundestag entsandt wurden. Er gehörte dem Bundestag bis zum Dezember 1990 als SPD-Abgeordneter an.

Harmstorf-Gruppe

Der Name Harmstorf und die Harmstorf-Gruppe sind seit Jahrzehnten mit dem Schiffbau in Deutschland verbunden. Alnwick Harmstorf begann nach dem Zweiten Weltkrieg als Bergungsunternehmer, übernahm vorwiegend in Schleswig-Holstein Industriebetriebe, die Schlichting-Werft, die Büsumer Werft sowie die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und die Deutsche Industriewerke in Berlin. Er modernisierte die Werften, die er 1982 zur Harmstorf-Gruppe formte. In der Werftenkrise mit fehlenden Aufträgen wurde aus der Harmstorf-Gruppe eine Auffanggesellschaft gegründet, von der nur die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft überlebte.

Die Schlichting-Werft in Travemünde, damals eine kleine Werft, musste 1953 Vergleich anmelden. Sie wurde im gleichen Jahr von Alnwick Harmstorf als erste Werft übernommen. Die Schlichting-Werft wurde modernisiert und galt bald als eine der modernsten Werften Deutschlands. Das Werftgelände wuchs auf fast 140.000 Quadratmeter. Fast alle Schiffstypen, auch Marineschiffe wurden konstruiert und mit modernsten Mitteln gefertigt. Die Stapelläufe zählten in Travemünde zu den besonderen Ereignissen. Die Werft zählte 1977 rund 800 Beschäftigte und baute Schiffe bis 20.000 tdw. Die Ölkrise von 1972/1973 ließ den Tankermarkt zusammenbrechen. Bald darauf traf es auch die Massengutfrachter und die Stückgutschiffe, die Preise sanken, da plötzlich Überkapazitäten auf wenige Aufträge trafen. Dies traf auch die Werften, weil Aufträge für Schiffsneubauten ausblieben. Infolge der Werftenkrise wurde die Schlichting-Werft 1986 geschlossen.
Die Büsumer Werft GmbH entstand 1963 aus der Büsumer-Schiffswerft W.& E. Sielaff, die zur Zeit der Umwandlung kaum noch Aufträge hatte und 95 Beschäftigte zählte. Die Werft erhielt von der Reederei Harmstorf nach der Übernahme einen Auftrag zum Bau eines modernen Küstentankers. In den folgenden Jahren wurde die Werft umstrukturiert, die Projektabteilung, Konstruktionsabteilung, Akquisitionsabteilung und Einkaufsabteilung wurden geschlossen und in die Schlichting-Werft integriert, die Fertigung wurde modernisiert. Die Werft zählte 15 Jahre später 380 Beschäftigte und baute Schiffe bis 4.200 tdw. Die Werftenkrise traf die Büsumer Werft im September 1986 und sie wurde ebenso wie die Schlichting-Werft abgewickelt.
1973 übernahm die Alnwick Harmstorf KG von der Thyssen-Bornemisza-Gruppe 26 Prozent der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und erhöhte den Anteil später auf 52 Prozent. 1982 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH und die Werft wurde in die Harmstorf-Gruppe eingegliedert. Wie bei den anderen Werften erfolgte eine Optimierung der Strukturen vom Entwurf bis zur Fertigung. Der Slip wurde mit einer riesigen Schiffbauhalle überdacht, um eine witterungsgeschützte Fertigung zu ermöglichen. Allein in die Flensburger Werft wurden im Rahmen dieser Modernisierungen rund 50 Millionen DM investiert, die eine durchrationalisierte Fertigung gestatten.
Die Deutsche Industrie-Werke waren die vierte Schiffswerft innerhalb der Harmstorf-Gruppe. Sie waren aus der 1722 gegründeten Heeres-Waffenfabrik in Berlin-Spandau hervorgegangen, die um 1950 zu den Deutschen Industriewerken wurden. Die Binnenschiffswerft wurde ab 1958 aufgebaut und ihre Schiffbauaktivitäten konzentrierten sich anfangs ausschließlich auf den Binnenschiffsmarkt. Es entstanden Binnenfrachter und Binnentanker, selten auch Fahrgastschiffe. An Mitte 1960 wurden vereinzelt Kümos gebaut. Ab 1969 gehörte die Werft zur Harmstorf-Gruppe. Das Bauprogramm blieb erhalten, ab und zu wurden jedoch Schiffe und Sektionen im Unterauftrag der Schlichting-Werft gebaut, so auch die Hotelschiffe Spree Berlin und Kieler Sprotte für das Hotel Kemper in Berlin. 1997 wurde der Schiffsneubau eingestellt und die Werft beschäftigte sich vorrangig mit Reparaturen, Umbauten und Modernisierungen.
Von Ende 1974 stürzten die Auftragsbestände der deutschen Werften von gut sieben Millionen BRT in nur vier Jahren auf weit unter eine Million BRT ab. Davon haben sich die deutschen Werften nicht wieder erholt. Die Harmstorf-Gruppe litt im Vergleich zu vielen anderen Werften erst später unter der Werftenkrise, da auch Schiffe für die eigenen Reedereien gebaut wurden. Aber die 1983 erfolgte Schließung der Aktien-Gesellschaft „Weser“ zeigte den Ernst der Lage. Der Konkurs der Harmstorf-Gruppe schien 1986 unvermeidbar. Nach der Veräußerung von Industriebeteiligungen wurde am 29. September 1986 jedoch eine Auffanggesellschaft gegründet. Daraus ging die heutige Flensburger Schiffbau-Gesellschaft hervor. Eine Übernahme durch die Howaldtswerke-Deutsche Werft wurde diskutiert, jedoch nicht realisiert. 1990 wurde die Werft vom Lübecker Reeder Egon Oldendorff übernommen, der die Werft und das Bauprogramm über Massengut- und Containerschiffen zu Fähr- und RoRo-Schiffen führte. Inzwischen wurden auch erste Passagierschiffe entworfen und gebaut. Die Werft ist bis 2013[veraltet] mit Aufträgen ausgebucht, vor allem mit RoRo-Schiffen, die von Reedereien in Kanada und der Türkei bestellt wurden.

Siegmund Schlichting

Siegmund Schlichting (* 4. Januar 1853 in Isinger, Kreis Pyritz; † 5. April 1924 in Stettin) war ein deutscher Komponist. Er komponierte die Stettiner Kreuzpolka.
Siegmund Schlichting war ein Sohn des späteren Superintendenten Karl Ferdinand Schlichting. Die Familie siedelte bald nach Beyersdorf über, wo er zur Schule ging. Ab 1862 besuchte er das Gymnasium in Pyritz. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges ging er als Freiwilliger zum Stargarder Ersatzbataillon und nahm als Angehöriger der Besatzungsarmee am Krieg teil. Nach Kriegsende nahm er eine Lehrstelle in einer Stettiner Buchhandlung an. Er arbeitete nach der Lehre zeitweise in einer Kieler Buchhandlung und in der Schweriner Hofmusikalienhandlung.
Als seine Mutter starb, kehrte er für längere Zeit nach Beyersdorf zurück. Hier komponierte er 1879 – nach Angaben des Verlages 1882 – seine Beyersdorfer Kreuzpolka, die zunächst auf einem Dorffest in Beyersdorf, bald in den umliegenden Ortschaften aufgeführt wurde. Im Januar 1883 wurde die Partitur vom Stettiner Verlag Paul Witte unter dem Titel Stettiner Kreuzpolka herausgegeben. Das Stück wurde in Mitteleuropa sehr populär und fand, mit regional unterschiedlichen, zum Teil drastischen Texten versehen, vielfache Verbreitung. Eine der bekanntesten Imitationen des Tanzes ist die 1887 erschienene Berliner Kreuzpolka von Rudolf Daase mit dem Text von A. Schmarsow „Siehst du wohl, da kimmt er“.
Ab 1880 arbeitete Siegmund Schlichting für die Lebensversicherung Germania in Stettin. Zu deren 50-jährigem Jubiläum komponierte er einen Festmarsch. 1913 ging er wegen eines Augenleidens in den Ruhestand. Er arbeitete aber während des Ersten Weltkriegs erneut für die Versicherung.

Johanna von Navarra

Johanna von Navarra LG (* 1370; † 9. Juli 1437 in Havering-atte-Bower) war durch Ehe Herzogin von Bretagne und Queen Consort von England.

Sie war die Tochter des Königs Karl II. von Navarra und der Johanna von Frankreich, einer Tochter des Königs Johann II. von Frankreich.
Sie heiratete am 11. September 1386 den Herzog Johann V. von Bretagne.
Nach dem Tod des Herzogs wurde Johanna auf Betreiben ihres Bruders im Jahr 1403 die zweite Ehefrau des englischen Königs Heinrich IV. Bei den Bretonen war diese Ehe äußerst unpopulär, weshalb Johanna die Regentschaft für ihre unmündigen Söhne zugunsten des Herzogs von Burgund aufgeben musste.
König Heinrich IV. und Johanna hatten keine Kinder, jedoch stellte Johanna sich oft in den Auseinandersetzungen zwischen Heinrich IV. und dessen Sohn Heinrich V. auf die Seite des jüngeren. Dennoch wurde sie während der Herrschaft Heinrichs V. wegen Hexerei angeklagt, weil sie versucht haben soll, ihn zu vergiften. Sie wurde vier Jahre lang in Pevensey Castle in Sussex eingesperrt.
Nach ihrer Freilassung lebte sie in Ruhe bis in die Regierungszeit Heinrichs VI. hinein. Sie wurde in der Kathedrale von Canterbury neben Heinrich IV. begraben.

Mit Johann V. von Bretagne hatte sie vier Söhne und vier Töchter:

Piece of Mind

Besetzung
Piece of Mind ist das vierte Studioalbum der britischen Heavy-Metal-Band Iron Maiden. Das Album wurde am 16. Mai 1983 von EMI veröffentlicht.

Nach der Beast-on-the-Road-Tour trennte sich Iron Maiden von Schlagzeuger Clive Burr. Burr weigerte sich bis zu seinem Tod noch über den Split zu reden, doch man geht von musikalischen Differenzen aus. Obwohl das Ausscheiden von Burr nicht freundschaftlich erfolgte, findet sich auf dem Album eine Widmung an ihn.
Nicko McBrain, vorher unter anderem bei Trust und Pat Travers, ersetzte Burr im Januar 1983.
Das Album wurde unter der Regie von Martin Birch in den Compass Point Studios in Nassau auf den Bahamas eingespielt.
Es enthält einige Gimmicks. Im Booklet befindet sich ein Bibelzitat aus der Offenbarung des Johannes:
„And God shall wipe away all the tears from their eyes; and there shall be no more Death. Neither sorrow, nor crying. Neither shall there be any more pain; for the former things are passed.“
Iron Maiden tauschte allerdings das Wort „pain“ durch „brain“ aus, ein kleiner Seitenhieb auf den Albumtitel wie auch auf den Nachnamen des neu engagierten Schlagzeugers. Zwischen den Liedern The Trooper und Still Life befindet sich eine Rückwärtsbotschaft. Rückwärts abgespielt ergibt sich eine von McBrain gesprochene Nonsense-Passage.
Es ist außerdem das erste Album von Iron Maiden, welches nicht nach einem Liednamen benannt ist. Ursprünglich sollte es Food for Thought heißen, die Idee wurde aber wieder verworfen.
Der Albumname ist ein englischer Wortwitz. Der Ausdruck „Peace of Mind“ bedeutet im Englischen so viel wie „Seelenfrieden“. Der gleich ausgesprochene (homophone) Albumtitel „Piece of Mind“ heißt in etwa „ein Stück Gehirn“.
Flight of Icarus erschien am 11. April 1983. Auf dem Cover schießt Eddie den fliegenden Ikarus mit einem Flammenwerfer ab. Es war die erste Single von Iron Maiden, die auch in den Staaten ausgekoppelt wurde. In Deutschland und Großbritannien erschien die Single außerdem als Picture Disc. Sie erreichte in Großbritannien Platz #11 und wurde in Amerika oft im Radio gespielt, was ihr Platz #12 der Rock Radio Charts und Platz #8 der Billboard-Mainstream-Rock-Charts. Die B-Seite ist ein Cover der Band Montrose. Das Lied war bereits B-Seite der Sanctuary-Single, zu dieser Zeit als Liveaufnahme und im ersten Line-Up mit Paul Di’Anno als Sänger.
The Trooper erschien am 20. Juni 1983. Das Cover ist ein klassisches Motiv, welches oft gebootlegt und persifliert wurde. Es zeigt Eddie als britischen Kavalleristen, der mit einem Union Jack und gezogenem, blutbespritzten Degen über ein Schlachtfeld rennt. Eine ähnliche Illustration ist auf einer Südstaaten-Flagge zu finden. Die Single erschien auch als „Shaped Picture Disc“. Als B-Seite findet sich eine Coverversion des Jethro-Tull-Klassikers Cross-Eyed Mary. Die Single erreichte in Großbritannien Platz #12 der Charts.
Eine Neuveröffentlichung der Single von 2005 kletterte auf Platz #5 der englischen und der kanadischen Charts. Die Single enthält eine Live- und eine Studioversion des Stückes, sowie ein Live-Bonus-Track und die Videos des Lieds.
Vinyl
Das Album erreichte in England Chartplatz 3 und in den USA Platz 70. Es gilt als eines der besten Alben der Band. Im Kerrang!-Magazin wurde das Album auf Platz 1 der besten Metal-LPs aller Zeiten gewählt.
Unter dem Titel Video Pieces wurde 1983 ein 18-minütiges VHS-Video veröffentlicht. Es enthält die Videos zu Run to the Hills, The Number of the Beast, Flight of Icarus und The Trooper. Das Video war eine der seltenen Veröffentlichungen, die nicht Eddie auf dem Cover zeigen.
Bruce Dickinson • Janick Gers • Steve Harris • Nicko McBrain • Dave Murray • Adrian Smith
Blaze Bayley • Clive Burr • Paul Day • Paul Di’Anno • Ron Matthews • Tony Moore • Tony Parsons • Terry Rance • Doug Sampson • Bob Sawyer • Dennis Stratton • Dave Sullivan • Dennis Wilcock
Iron Maiden • Killers • The Number of the Beast • Piece of Mind • Powerslave • Somewhere in Time • Seventh Son of a Seventh Son • No Prayer for the Dying • Fear of the Dark • The X Factor • Virtual XI • Brave New World • Dance of Death • A Matter of Life and Death • The Final Frontier • The Book of Souls
Live After Death • A Real Live One • A Real Dead One • Live at Donington • Rock in Rio • Death on the Road • Flight 666 • En Vivo! • Maiden England ’88
Diskografie

Kaiser-Friedrich-Halle

Die Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach, Hohenzollernstraße 15, wurde zwischen 1901 und 1903 im Jugendstil erbaut. Architekten waren Friedrich Wilhelm Wertz und Paul Huber aus Wiesbaden. Private Spender brachten damals 300.000 Mark und damit etwa die Hälfte der Bausumme auf. Benannt wurde die Halle nach Kaiser Friedrich III. (1831–1888), der nur 99 Tage lang Kaiser war.
1925 und 1937 wurde die Halle umgebaut und verfügte anschließend über 1000 Sitzplätze und einen umlaufenden Balkon. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden und wurde nach einem Theaterneubau 1959 zum Konzerthaus umgebaut. 1964 brannte die Kaiser-Friedrich-Halle nieder und wurde von 1967 bis 1969 wieder aufgebaut. 1977 erlitt sie durch einen erneuten Großbrand erheblichen Schaden. Die Innenausstattung wurde danach verändert, auf den Balkon verzichtet.
Das Tagungs- und Kongressgebäude wird gesellschaftlich und kulturell vielfältig genutzt. Auf der Rückseite der Halle befindet sich das Restaurant Kaiser Friedrich mit Blick in den Bunten Garten.

Für die 1902/03 errichtete Kaiser-Friedrich-Halle, die erste städtische Festhalle mit Nutzungsmöglichkeiten als Konzert- und Theatersaal, wurde eine städtebaulich exponierte Lage gewählt: das Gelände der Villa Heiming auf dem „Bökel“, dem Hügel, auf dem bereits Ende des 19. Jahrhunderts der Kaiserpark angelegt worden war. Die Halle wurde mit Hauptfassaden und Hauptportal auf die damalige Bahnhofstraße (seit 1910 Bismarckstraße) ausgerichtet.
1905 wurde der Musikpavillon als gesonderter Baukörper am Rande des Parkes errichtet. Dieser Pavillon ist muschelartig als Halbkugel ausgebildet und mit einer reich dekorierten Stuckeinfassung versehen. Bekrönt wird er von einem Stadtwappen, das von zwei Putten gehalten wird.
1964 Dachstuhlbrand bei Reparaturarbeiten, 1969 Wiedereröffnung
Bei dieser ersten städtischen Festhalle mit Nutzungsmöglichkeit als Konzert- und Theatersaal handelt es sich um ein herausragendes Bauwerk Mönchengladbachs, dessen Unterschutzstellung aus sozialgeschichtlichen, städtebaulichen (exponierte Lage) und architektonischen Gründen im öffentlichen Interesse liegt. Die parallel entstandenen und auf die Kaiser-Friedrich-Halle bezogenen Außenanlagen, die noch weitgehendst erhalten sind und die Wirkung der Halle entscheidend bestimmen, müssen dabei als Bestandteil des Denkmals betrachtet werden.
Das Gebäude wurde unter Nr. H 051 am 26. Januar 1989 in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen.
51.200466.43675Koordinaten: 51° 12′ 2″ N, 6° 26′ 12″ O

Formmangel

Formmangel liegt im deutschen Zivilrecht vor, wenn ein Rechtsgeschäft nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Form abgeschlossen wird und deshalb kraft Gesetzes von Anfang an keinerlei Rechtswirksamkeit entfaltet. Formmangel ist einer der Nichtigkeitsgründe im Rechtsverkehr.

Rechtsgeschäfte bedürfen im Regelfall keiner besonderen Form, damit der Rechtsverkehr nicht unnötig erschwert wird. Gesetzliche Formvorschriften bilden deshalb die Ausnahme. Wo allerdings das Gesetz diesen Grundsatz der Formfreiheit einschränkt, werden 4 Ziele verfolgt:
Der Erklärende soll wegen der Risiken des Geschäfts vor übereilten Bindungen geschützt werden, indem ihm seine Verpflichtungen schriftlich vor Augen geführt werden;
Die Form soll klarstellen, ob und mit welchem Inhalt das Geschäft zustande gekommen ist und etwaige später aufkommende Erinnerungslücken – etwa vor Gericht – verhindern;
Die notarielle Beurkundung soll darüber hinaus eine sachkundige Beratung und Belehrung der Beteiligten sicherstellen;
Ausnahmsweise kann durch Formvorschriften auch eine behördliche Überwachung gewährleistet werden.
Formvorschriften finden sich überwiegend im BGB, aber auch in anderen Gesetzen. Ob eine bestimmte Formvorschrift einzuhalten ist, wird im Gesetz ausdrücklich erwähnt: „Zur Gültigkeit des Bürgschaftsvertrags ist schriftliche Erteilung der Bürgschaftserklärung erforderlich.“ (§ 766 Satz 1 BGB). Wie eine Formvorschrift erfüllt wird, ist ausschließlich im BGB geregelt.
Das BGB sieht im Vertragsrecht drei abgestufte Kategorien von Formvorschriften vor, und zwar die Schriftform (kann durch elektronische Form ersetzt werden), öffentliche Beglaubigung und notarielle Beurkundung. Die Vertragsarten, die jeweils diesen Formvorschriften unterliegen, sind im BGB und anderen Gesetzen abschließend aufgezählt. Werden diese Formvorschriften nicht eingehalten, sind die zugrunde liegenden Rechtsgeschäfte nichtig (§ 125 BGB). Im Umkehrschluss hieraus sind Verträge gültig, die eine höhere als die gesetzlich vorgesehene Form erfüllen (etwa notarielle Beurkundung anstatt Schriftform).
Hauptartikel: Schriftform
Die schriftlich abgefasste Urkunde ist vom Aussteller eigenhändig durch Namensunterschrift oder durch notariell beglaubigtes Handzeichen zu unterzeichnen (§ 126 Abs. 1 BGB). Bei einem Vertrag müssen die Beteiligten auf derselben Urkunde unterzeichnen (§ 126 Abs. 2 BGB). Die Urkunden haben das gesamte formbedürftige Rechtsgeschäft zu enthalten, Unterschriften müssen den Urkundentext räumlich abschließen – sie stehen immer unter dem Text. Schreibt das Gesetz für eine Erklärung die Schriftform vor, verlangt § 126 Satz 1 BGB lediglich, dass die Urkunde von dem Aussteller durch Namensunterschrift eigenhändig unterzeichnet ist. Danach braucht der Text nicht fertiggestellt zu sein, wenn die Unterschrift geleistet wird. Der Erklärende kann das Papier auch blanko unterzeichnen; die Schriftform ist in diesem Falle mit Vervollständigung der Urkunde gewahrt. Das Gesetz definiert hier den Urkundenbegriff nicht, sondern geht davon aus, dass schriftlich abgefasste Dokumente eine Urkunde sind. Die Schriftform erfordert bei einer mehrere Seiten umfassenden Urkunde keine körperliche Verbindung der einzelnen Blätter der Urkunde miteinander (Urkundeneinheit), wenn sich deren Einheit aus fortlaufender Paginierung, fortlaufender Nummerierung der einzelnen Bestimmungen, einheitlicher grafischer Gestaltung, inhaltlichem Zusammenhang des Textes oder vergleichbaren Merkmalen zweifelsfrei ergibt.
Der Schriftform bedürfen kraft gesetzlichem Zwang die Quittung (§ 368 BGB), der Verbraucherdarlehensvertrag (§ 492 Abs. 1 BGB), Mietvertrag über 1 Jahr Laufzeit (§§ 550, § 578 Abs. 2 BGB), Arbeitsvertrag (§ 2 Abs. 1 Nachweisgesetz), Kündigung eines Arbeitsvertrages (§ 623 BGB), Leibrentenversprechen (§ 761 BGB), Bürgschaft natürlicher Personen (§ 766 BGB), Schuldversprechen (§ 780 BGB), Schuldanerkenntnis (§ 781 BGB), Annahme einer Anweisung (§ 784 BGB), Inhaberschuldverschreibung (§ 793 BGB), die Abtretung von Brief-Grundpfandrechten (§ 1154 Abs. 1 BGB), der Pflegevertrag (§ 120 SGB XI) sowie Scheck und Wechsel (Art. 1 SchG und Art. 1 WG). Das eigenhändige Testament muss komplett vom Erblasser handschriftlich verfasst und durch diesen eigenhändig unterschrieben sein (§ 2247 Abs. 1 BGB). Beim eigenhändigen Testament ist die Unterschrift mit Vorname und Familiennamen des Erblassers die Regel, doch darf auf andere Weise unterschrieben werden („euer Vater“; § 2247 Abs. 3 Satz 2 BGB). Ausnahmsweise können Kaufleute nach § 17 Abs. 1 HGB mit dem Namen ihrer Firma unterschreiben. Alle übrigen Schriftformerfordernisse verlangen nur die Unterschrift des Ausstellers, ihr vorangehender Text kann vorgedruckt, maschinenschriftlich oder handschriftlich sein und muss nicht vom Unterzeichner verfasst worden sein. Ein Verwaltungsakt kann zwar nach § 37 VwVfG mündlich erlassen, muss aber schriftlich bestätigt werden. Werden diese Verträge geändert, müssen auch diese Änderungen schriftlich verfasst sein.
Die Vertragsparteien können für alle an sich formfreien Rechtsgeschäfte zur Beweiserleichterung die gewillkürte Schriftform vereinbaren (§ 127 BGB).
Der heutige Geschäftsverkehr bedient sich vielfach elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten, die nicht der geschilderten Schriftform genügen. Das gilt für das Telefax, die E-Mail und das Ausfüllen von Bestellformularen im Internet/Mailorder- und E-Commerce-Verfahren. Soweit es um Rechtsgeschäfte geht, die formfrei sind, bringt das jedenfalls für die Gültigkeit der Geschäftsabschlüsse keine Probleme mit sich. Die Frage ist aber, ob nicht auch an sich formbedürftige Rechtsgeschäfte über diese Kommunikationsmittel abgeschlossen können werden sollen, wenn es für den elektronischen Austausch von Willenserklärungen der Unterschriftsleistung und ihren Funktionen vergleichbare Verfahren geben sollte.
Seit August 2001 kann die schriftliche Form durch die elektronische Form ersetzt werden, wenn sich nicht aus dem Gesetz etwas anderes ergibt (§ 126 Abs. 3 BGB). Wie das Ersetzen der schriftlichen Form durch die elektronische Form erfolgt, bestimmt § 126a Abs. 1 BGB. Soll die gesetzlich vorgeschriebene schriftliche Form durch die elektronische Form ersetzt werden, so muss der Aussteller der Erklärung dieser seinen Namen hinzufügen und das elektronische Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz versehen. Das Signaturgesetz verweist auf ein asynchrones Verschlüsselungsverfahren unter Verwendung von Schlüsselpaaren aus öffentlichen und privaten Schlüsselteilen, das man qualifiziert nennt, wenn das Schlüsselpaar und die dazugehörige Chipkarte von einem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierten Anbieter stammen. Die Bestimmung stellt klar, dass nur die Schriftform durch die elektronische Form ersetzt werden kann, strengere Formerfordernisse hingegen nicht.
Hauptartikel: Beglaubigung
Die Erklärung muss schriftlich abgefasst und die Unterschrift durch öffentliche Beglaubigung vor einem Notar geleistet sein (§ 129 BGB). Notarielle Beglaubigung ist das Zeugnis darüber, dass die Unterschrift oder das Handzeichen des Ausstellers in Gegenwart eines Notars zum angegebenen Zeitpunkt von dem Erklärenden vollzogen oder anerkannt worden ist (§§ 39, § 40 BeurkG). Sie bestätigt ferner, dass die im Beglaubigungsvermerk namentlich aufgeführte Person und der Erklärende identisch sind. Die Beglaubigung bezieht sich jedoch nur auf die Echtheit der Unterschrift und etwaige Vertretungsberechtigung, nicht dagegen auf den Urkundeninhalt. Eine Beglaubigung durch Verwaltungsbehörden oder Polizei genügt nicht der Formvorschrift des § 129 BGB.
Die öffentlich beglaubigte Form ist insbesondere bei Eintragungen, Anmeldungen und Löschungen zu öffentlichen Registern erforderlich. Anmeldungen zur Eintragung in das Handelsregister sind nach § 12 Abs. 1 HGB elektronisch in öffentlich beglaubigter Form einzureichen, dabei können Dienstsiegel elektronisch dargestellt werden. Ist eine Urschrift oder eine einfache Abschrift einzureichen oder ist für das Dokument die Schriftform bestimmt, genügt die Übermittlung einer elektronischen Aufzeichnung; ist eine öffentlich beglaubigte Abschrift oder ein notariell beurkundetes Dokument einzureichen, so ist ein mit einem einfachen elektronischen Zeugnis (§ 39a BeurkG) versehenes Dokument zu übermitteln (§ 12 Abs. 2 HGB). Die für eine wirksame elektronische Einreichung erforderliche Verwendung einer qualifizierten elektronischen Signatur (§ 39a Satz 2 und 3 BeurkG) ersetzt nur die Unterschrift des Notars.
In § 29 Abs. 1 GBO wird verlangt, dass Eintragungen ins Grundbuch nur aufgrund öffentlich beglaubigter Urkunden vorzunehmen sind. Der in § 29 GBO vorgeschriebene Nachweis der Eintragungsvoraussetzungen in urkundlicher Form soll die Übereinstimmung des Grundbuchinhalts mit der materiellen Rechtslage sicherstellen. Deshalb sollen die zur Eintragung materiell-rechtlich erforderlichen Erklärungen und Tatsachen dem Grundbuchamt durch öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunden nachgewiesen werden. Bei einfachen Hypotheken- und Grundschuldbestellungen (ohne Unterwerfungserklärung), Abtretungen, Pfandentlassungen, Löschungsbewilligungen oder Auflassungsvormerkungen ist daher die öffentliche Beglaubigung formelle Eintragungsvoraussetzung. Zwar genügt für die Wirksamkeit einer Abtretung von Briefgrundschulden materiell-rechtlich die Schriftform (§ 1154 Abs. 1 BGB), doch ist für die Eintragungsfähigkeit dieser Abtretungserklärung eine öffentliche Beglaubigung erforderlich. Der Grundpfandrechtsgläubiger hat jedoch das Recht, notfalls auf Beglaubigung zu klagen (§ 1154 Abs. 1 Satz 2 BGB). Nach formellem Grundbuchrecht ist jeweils die Eintragungsbewilligung zu beglaubigen. Durch den Unterzeichner vorgenommene nachträgliche Textänderungen wahren die Form des § 29 GBO, weil sich die Beglaubigung nicht auf den Textinhalt bezieht. Bei behördlichen Eintragungsanträgen (etwa Zwangsversteigerungsvermerk) genügt ausnahmsweise die mit einem Dienstsiegel versehene unterzeichnete Urkunde (§ 29 Abs. 3 GBO). Einzige Ausnahme vom generellen Beglaubigungszwang bildet der beurkundungspflichtige Grundstückskaufvertrag. Während der Beglaubigungszwang vom formellen (Grundbuch-) Recht herrührt, beruht der Beurkundungszwang bei Grundstückskaufverträgen auf materiellem Recht (§ 311b BGB).
Hauptartikel: Beurkundung
Die Beurkundung durch einen Notar ist das strengste Formerfordernis. In einer Verhandlung vor dem Notar erklären die Beteiligten ihren zu beurkundenden Willen (§ 8 BeurkG), der nach Belehrung durch den Notar in eine Niederschrift aufgenommen, vorgelesen, genehmigt und von den Beteiligten und dem Notar eigenhändig unterschrieben wird (§§ 9, § 13 BeurkG). Im Rahmen der Belehrung hat der Notar als rechtskundige Person den Willen und die Ziele der Beteiligten zu erforschen, sie über rechtliche Gefahren und über die Rechtsfolgen der Beurkundung umfassend aufzuklären (Beratungsfunktion) sowie die getroffenen Regelungen eindeutig und beweiskräftig zu formulieren (Beweisfunktion). Der Notar hat den Beteiligten Wege aufzuzeigen, wie Risiken vermieden werden können.
Beurkundungspflichtige Rechtsgeschäfte sind der Grundstückskaufvertrag (§ 311b Abs. 1 BGB), die Verpflichtung zur vollständigen Vermögensübertragung (§ 311b Abs. 2, 3 BGB), das Schenkungsversprechen (§ 518 Abs. 1 Satz 1 BGB), der Ehevertrag (§ 1410 BGB), Verfügung über einen Erbteil (§ 2033 BGB), öffentliches Testament (§ 2232 BGB), Erbvertrag (§ 2276 BGB), Erbverzichtsvertrag (§ 2348 BGB), der Erbschaftskauf (§ 2371 BGB) oder die Abtretung / Verpfändung von Gesellschaftsanteilen an einer GmbH (§ 15 Abs. 3 GmbHG; hierin ist nur die Abtretung geregelt). Auch einige gesellschaftsrechtliche Verträge (Gründung der AG nach § 23 Abs. 1 AktG, GmbH nach § 2 GmbHG; Unternehmensverträge gemäß § 53 Abs. 2 Satz 1 GmbHG oder Beschlüsse der Hauptversammlung einer AG nach § 130 Abs. 1 AktG) sind notariell zu beurkunden.
Wird eine Grundschuld- oder Hypothekenbestellung für Kreditinstitute mit einer Unterwerfung des Schuldners unter die sofortige Zwangsvollstreckung verbunden (Regelfall), löst diese Unterwerfungserklärung Beurkundungspflicht aus. Die notariell beurkundete Vollstreckungsunterwerfung ist eine ausschließlich auf das Zustandekommen eines Vollstreckungstitels gerichtete einseitige prozessuale Willenserklärung, die nur prozessrechtlichen Grundsätzen untersteht. Sie ist nicht auf eine Änderung der materiellen Rechtslage gerichtet, hat keine materiell-rechtlichen Auswirkungen und bleibt deshalb von einer Unwirksamkeit des mit beurkundeten materiellen Grundgeschäftes unberührt. Umgekehrt ist die Erweiterung des Sicherungszwecks einer vollstreckbaren Grundschuld formfrei wirksam, da es sich nicht um eine Abänderung der notariellen Unterwerfungserklärung handelt. Unterwirft sich der Schuldner für andere Zwecke der Zwangsvollstreckung (etwa im Rahmen einer Bürgschaft oder eines konstitutiven Schuldanerkenntnisses), wird ebenfalls Beurkundungspflicht ausgelöst.
Der Gesetzgeber hält Grundstückskaufverträge, Eheverträge oder die Unterwerfung des Schuldners unter die Zwangsvollstreckung für derart gravierend, dass er hierfür sogar notarielle Beurkundung angeordnet hat. Die beurkundungspflichtige Verpfändung/Abtretung von GmbH-Anteilen hängt mit dem gesetzlichen Ziel zusammen, diese nicht so fungibel auszugestalten wie Aktien.
Der Unternehmenskaufvertrag an sich ist zwar nicht an eine besondere Form gebunden, allerdings gibt es Regelungen, aus denen sich im Einzelfall die Notwendigkeit einer notariellen Beurkundung des Unternehmenskaufvertrages ergibt. So ist der Erwerb von Geschäftsanteilen an einer GmbH regelmäßig notariell zu beurkunden (§ 15 Abs. 4 GmbHG). Das gilt auch dann, wenn ein Grundstück zum Vermögen des Unternehmens gehört (§ 311b Abs. 1 BGB). Ein Unternehmenskaufvertrag muss gemäß § 311b Abs. 3 BGB auch dann im Sinne des § 128 BGB in Verbindung mit §§ 1 ff. BeurkG notariell beurkundet werden, wenn er pauschal das gegenwärtige Vermögen eines zu erwerbenden Unternehmens zum Inhalt hat. Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Bundesgerichtshofs kann die notarielle Beurkundung vermieden werden, wenn im Unternehmenskaufvertrag die einzelnen Vermögensbestandteile konkret benannt und komplett aufgelistet werden. Allerdings bedarf es hierzu einer lückenlosen Vertragsgestaltung, um das Risiko fehlender notarieller Beurkundung und Nichtigkeit auszuschließen. Das OLG Hamm hat in der zitierten Entscheidung vom 26. März 2010 den Kaufvertrag im konkreten Fall mangels notarieller Form für nichtig erklärt. Die Parteien hatten in den Unternehmenskaufvertrag zwar eine Aufzählung von Inventar und Inventurgegenständen sowie verschiedene, genau bezeichnete Forderungen aufgenommen, daneben jedoch auch die Übernahme „aller Aktiva“ vereinbart und Markenrechte und verschiedene Einrichtungsgegenstände aus dem Vermögen der GmbH nicht im Unternehmenskaufvertrag ausdrücklich aufgenommen. Anders als bei Grundstückskaufverträgen und Abtretungen der Gesellschafteranteile nach § 15 Abs. 4 GmbHG konnte in diesem Fall die fehlende notarielle Form nicht durch den Vollzug des Kaufvertrages geheilt werden.
Nach Möglichkeit sollen Rechtsgeschäfte nicht lediglich wegen Formmangels unwirksam sein. In einigen Fällen lässt es das Gesetz deshalb ausdrücklich zu, dass durch Hinzutreten weiterer Umstände wie etwa der Vollzug eines an sich formnichtigen Vertrages das Rechtsgeschäft dennoch wirksam bleibt. Die Fälle, in denen eine derartige Heilung möglich ist, sind konkret im Gesetz beschrieben. So wird ein nicht notariell beurkundeter Kaufvertrag über ein Grundstück wirksam, wenn die Auflassung und Eintragung ins Grundbuch erfolgt sind (§ 311b Absatz 1 Satz 2 BGB). Nach § 494 Absatz 2 BGB ist ein nicht schriftlich abgeschlossener Verbraucherdarlehensvertrag gültig, wenn das Darlehen an den Verbraucher ausgezahlt wird. Der ohne notarielle Beurkundung geschlossene Vertrag über ein Schenkungsversprechen wird wirksam, wenn die versprochene Leistung freiwillig erbracht ist (§ 518 Abs. 2 BGB; nach § 2301 Abs. 2 BGB gilt das auch für das Schenkungsversprechen von Todes wegen). Ein nicht schriftlich abgeschlossener und auf länger als ein Jahr befristeter Wohnraummietvertrag ist nicht nichtig, sondern gilt unbefristet (§ 550 BGB). Die nicht schriftlich vereinbarte Bürgschaft wird wirksam, wenn der Bürge seine Bürgschaftsschuld durch Zahlung erbringt (§ 766 BGB). Eine nicht notariell beurkundete Verpflichtung zur Abtretung eines GmbH-Anteils wird wirksam, wenn die Abtretung mit notarieller Beurkundung erfolgt (§ 15 Absatz 4 GmbHG).

Hypericum juniperinum

Hypericum juniperinum ist eine Pflanzenart aus der Familie der Johanniskrautgewächse. Die Art kommt in Venezuela und Kolumbien vor. In den Departments Cundinamarca und Boyacá wird sie als Chite bezeichnet und zur Herstellung von Besen benutzt. Aber auch als Brennmaterial findet die Pflanze Verwendung.

Hypericum juniperinum ist ein Strauch der eine Höhe zwischen einem halben und einem Meter erreicht. Der Stamm ist aufgerichtet und verästelt sich enganliegend. Die Blattspreite der ungestielten Laubblätter ist circa 6,3 bis zehn Millimeter lang und 0,6 – 0,8 Millimeter breit. Die geraden oder lanzettförmigen, kanuartigen Blätter sind verdreht und liegen eng an oder stehen nur minimal vom Stiel ab. Die Basis ist gerade und der Blattrand ist teilweise trocken und membranartig durchscheinend. Die Spitze des Blattes ist spitzwinklig. Die Blüten sind dicht gepackt und ähneln Trauben. Die ovalen Kelchblätter messen 1,6 – 2,4 Millimeter in der Länge und 0,8 Millimeter in der Breite. Ihr Ende ist zugespitzt. Die schrägen Kronblätter sind zwischen 3,6 und 4,8 Millimeter lang und 0,8 bis 1,2 Millimeter breit. Der Fruchtknoten ist 1,2 Millimeter groß, wobei der aufsetzende Griffel weniger als fünf Millimeter misst. Die Narbe ist kopfförmig. Die Früchte erreichen Größen zwischen 1,2 und zwei Millimetern. Die Blütezeit reicht von Mai bis September, woran sich von Dezember bis März die Fruchtreife anschließt.
Die Pflanze findet sich in Kolumbien wie Venezuela auf gut dränierten Böden.
Die Art wurde 1821 von Karl Sigismund Kunth erstbeschrieben. Eine Veröffentlichung von Jacques Denys Choisy, 1824 ordnete die Art als brathys var. juniperinum der Art Hypericum brathys unter, was heute jedoch nur noch als Synonym angesehen wird.
Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Quellen angegebenen Quellen, darüber hinaus werden zitiert: